Spannung lag am Wahlabend im Großen Sitzungssaal des Unterschleißheimer Rathauses in der Luft. Unter den Augen der vier Kandidaten und zahlreicher Unterstützer wurden die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl erwartet. Insgesamt 21.229 Wahlberechtigte waren aufgerufen, über die künftige Spitze der Stadt zu entscheiden.
Die Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl lag bei 60,3 Prozent. Das ist deutlich mehr als im bayernweiten Durchschnitt (52,3 Prozent). Und es liegt auch deutlich über der Wahlbeteiligung der vorangegangenen Bürgermeisterwahlen in Unterschleißheim. Die 60-Prozent-Marke wurde dabei zuletzt 1989 beim Rennen zwischen Rolf Zeitler (CSU), Otfried Lankes (SPD) und Christa Caspers (Grüne) geknackt (62,34 Prozent)
Am Ende fiel das Votum der Bürgerinnen und Bürger deutlich aus: Amtsinhaber Christoph Böck wurde mit 59,9 Prozent der Stimmen bereits im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Schon die ersten ausgezählten Stimmbezirke deuteten auf einen klaren Vorsprung für Böck hin.
Mit fortschreitender Auszählung stabilisierte sich das Ergebnis schließlich bei rund 60 Prozent – eine Stichwahl wurde damit überflüssig. Gegenkandidat Thomas Bittner (CSU) erreichte 27,9 Prozent. Bernhard Schüßler (Bündnis 90/Die Grünen) kam auf 8,1 Prozent und Alexander Kieslich (Die Linke) auf 4,1 Prozent.

Sichtlich bewegt zeigte sich der alte und neue Bürgermeister nach Bekanntgabe des Ergebnisses: „Ich bin wirklich überglücklich über diesen tollen Vertrauensbeweis mit rund 60 Prozent. Das hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können“, sagte Böck und dankte sowohl seinen Unterstützern als auch den Wählerinnen und Wählern. Er kündigte an, sich weiterhin mit voller Kraft für die Stadt und ihre Menschen einzusetzen.
Reaktionen der Mitbewerber
Auch die Mitbewerber gratulierten fair zum Wahlsieg. CSU-Kandidat Thomas Bittner wünschte Böck „eine glückliche Hand für die kommenden Jahre“ und betonte, sein Engagement für die Stadt werde unabhängig vom Wahlausgang weitergehen. Grünen-Kandidat Bernhard Schüßler hob hervor, mit seinem Wahlkampf wichtige Themen in die Stadtpolitik eingebracht zu haben.
Auch der Kandidat der Linken, der ehemalige SPD-Stadtrat Alexander Kieslich, zeigte sich zufrieden. „Wir haben so viel erreicht, wie wir uns vorgestellt haben. Wir sind bei etwa 4 Prozent. Als neue Partei in Unterschleißheim können wir aus meiner Sicht stolz sein. Herzlichen Glückwunsch an Christoph Böck.“
Als das endgültige Ergebnis feststand, löste sich die Anspannung im Saal. Die Stadtkapelle spielte zu Ehren des Wahlsiegers und seiner Familie – ein musikalischer Abschluss eines Wahlabends, der früh Klarheit brachte und mit einem deutlichen Signal für Kontinuität in Unterschleißheim endete.
Stichwahl um den Landrats-Posten
Die weiteren Wahlergebnisse werden im Lauf der Nacht oder am Montag nach Auszählen aller Stimmen veröffentlicht. Bei der Landrats-Wahl gibt es am 22. März eine Stichwahl zwischen Amtsinhaber Christoph Göbel (CSU) und Marion Seitz, der Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen. Der CSU-Kandidat im Landkreis kam der offiziellen Schnellmeldung zufolge auf 46,3 Prozent. Das ist ein deutlicher Rpückgang zur Vorwahl am 29.3.2020, als es 64,1 Prozent waren.

Bei den Herausforderinnen und Herausforderern ist kein Vergleich möglich, sie traten alle zum ersten Mal an. Marion Seitz kam auf 20,8 Prozent. Sie fordert Göbel nun in der Stichwahl heraus. SPD-Kandidat Wolfgaáng Panzer holte 12,7 Prozent. Herold Otten (AfD) und AfD und Nikolaus Kraus (Freie Wäher) folgen nahezu gleichauf mit 8 und 7,8 Prozent.
Die FDP-Kandidatin Katharina Diem erhielt 4,4 Prozent. Sie kam bei der U18-Wahl, einer Wahlsimulation für Jugendliche, weitaus besser weg (12,0 Prozent). Panzer bekam da rund 23 Prozent udn wäre da noch Amtsinhaber Göbel (28,5 Prozent) die Nummer zwei gewesen.



