Bei den U18-Wahlen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren aufgerufen, schon vor dem regulären Wahltermin in einer Wahl-Simulation ihre Stimme abzugeben. Bei den U18-Wahlen steht laut den Organisatoren, dem Bayerischen Jugendring, nicht das Ergebnis im Mittelpunkt, sondern der Prozess. Die Wahl soll junge Menschen ermutigen, sich mit Politik, demokratischen Abläufen und gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
Aber am Ende schauen dann doch alle auch auf die Ergebnisse. Die wurden am 1. März auf einer Pressekonferenz in Augsburg bekannt gegeben und können jetzt online eingesehen werden. „Gewählt“ wurden aus organisatorischen und technischen Gründen nur Bürgermeister:innen und Landrät:innen. Die komplizierte Auszählung der Stadträte und Kreistage ersparte sich der Jugendring. Dennoch ist ein Blick auf die Ergebnisse interessant.
Abgegeben wurden bayernweit über 30.000 Stimmen. Auch in Unterschleißheim konnte abgestimmt werden. Hier unterstützten das Gleis 1 und das Carl-Orff-Gymnasium die Aktion.
Stimmungsbild der kommenden Generation
„Die U18-Wahl ist ein echtes politisches Stimmungsbild der kommenden Generation und wirkt weit über diesen Tag hinaus“, sagt Philipp Seitz, Präsident des Bayerischen Jugendrings. „Dass sich die Zahl der Wahllokale und Stimmen gegenüber 2020 nahezu verdoppelt hat, belegt: Beteiligung scheitert nicht am Interesse junger Menschen, sondern oft an den fehlenden Möglichkeiten. Wo wir Räume schaffen, werden sie genutzt.“

„Tausende junge Menschen haben ausprobiert, wie Politik funktioniert: Sie informierten sich, diskutierten in ihrer Clique oder bei Workshops und gaben ihre Stimme ab – digital von zu Hause oder ganz klassisch im Wahllokal“, fasst Bayerns Jugendministerin Ulrike Scharf zusammen. „Solche Erfahrungen sind unverzichtbar, da sie Verständnis schaffen und Lust auf politische Teilhabe machen. Die rege Beteiligung ist ein starkes Zeichen für unsere Demokratie.“
„Erfreulich ist, dass die Kandidat:innen aus Parteien der demokratischen Mitte gestärkt aus der diesjährigen U18-Wahl hervorgehen“, kommentiert Jugendring-Präsident Seitz die Ergebnisse insgesamt. Bei der U18-Wahl zum Bürgermeister:innen-Amt erhielten die CSU 29 Prozent, SPD 24,3 Prozent, Grüne 10,8 Prozent, Wählergruppen 10,4 Prozent, Freie Wähler 6,9 Prozent, Sonstige 7,1 Prozent, Linke 5,4 Prozent und AfD 4,5 Prozent.
Bei der U18-Wahl zum Amt der Landräti:innen erzielte die CSU 34,2 Prozent, die SPD 16 Prozent, die Freien Wähler 13,1 Prozent, die Grünen 11,3 Prozent, die AfD 10,7 Prozent, Sonstige 6,8 Prozent und die Linke 6,5 Prozent. Dass die Ergebnisse doch recht unterschiedlich ausfallen, legt nahe, dass sich die Teilnehmenden schon Gedanken zur jeweiligen Person gemacht haben.
Ergebnisse der U18-Wahl in Unterschleißheim
Nun interessiert uns aber vor allem, wie die Wahl in Unterschleißheim ausgegangen ist. Böse Zungen könnten hier sagen., die alljährliche „Eis-vom Bürgermeister“-Aktion habe Früchte getragen. Damit würde man aber den Jugendlichen Unrecht tun, die sich rund um die Wahl – auch begleitet durch Lehrkräfte, Demokratiemobil und dem Team des Gleis 1 durchaus mit der Lokalpolitik auseinandergesetzt haben.

Freuen darf sich Christoph Böck (SPD) dennoch über einen Erdrutschsieg: Er vereinte 66,9 Prozent der Stimmen auf sich. CSU-Kandidat Thomas Bittner folgt mit 21 Prozent weit abgeschlagen auf Platz 2. Alexander Kieslich (Die Linke) kam auf 7,6 Prozent und Bernhard Schüßler (Grüne) auf 4,5 Prozent. Insgesamt wurden 1.004 Stimmen abgegeben.

Deutlich knapper fiel die Landrats-Wahl aus. Aber auch da erzielte bei den im Landkreis insgesamt abgegeben Stimmen (die nicht nach „Wahllokalen“ aufgeschlüsselt werden) der derzeitige Amtsinhaber Christoph Göbel das beste Ergebnis (28,5 Prozent). Wolfgang Panzer (SPD) folgt mit 22,9, Marion Seitz (Grüne) mit 18,7 Prozent und Katharina Diem (FDP) mit 12,0 Prozent. Auf die Kandidaten der AfD und der Freien Wähler entfielen 9,5 respektive 8,4 Prozent.