Kurz vor der Kommunalwahl hat Ushel.news noch einmal mit Bürgermeisterkandidaten zu ihren Positionen befragt, um herauszuarbeiten, wie die sich unterscheiden. Thomas Bittner tritt für die CSU an. Die wurde bei den Wahlen 2020 stärkste Fraktion im Stadtrat, jetzt will sie auch wieder den Bürgermeister stellen. Ushel.news gab Bittner Auskunft dazu, was ihm wichtig ist, welche Akzente er als Bürgermeister setzen würde und was ihm als Bürgermeister besonders wichtig wäre.
In wichtigen Punkten scheint in der Stadt nichts voranzugehen. Das „Esso-Grundstück“ in der Bezirksstraße, das Gartenquartier neben dem Business Campus dümpelt vor sich hin und die „Neue Mitte“ am Rathausplatz ist ein Dauerthema. Woran liegt´s und wie würden Sie für Fortschritt sorgen?
Thomas Bittner: Der Stillstand ist kein Zufall, Traumschlösser planen und sich dann wundern warum Kosten explodieren. Als Bürgermeister stehe ich für Verbindlichkeit: klare Zeitpläne, feste Zuständigkeiten, Transparenz und Vernunft. Die Stadt muss wieder gestaltende Kraft sein. Gerade die Neue Mitte ist ein Identitätsprojekt und braucht die volle Aufmerksamkeit damit dort endlich was Neues einsteht.
Wohnraum in Unterschleißheim ist knapp und teuer. Was kann die Stadt etwas tun, um das zu ändern? Welche Maßnahmen würden Sie als Bürgermeister angehen?
Thomas Bittner: Die Stadt kann den Markt nicht aushebeln, aber sie kann steuern. Mein Ansatz: maßvolle Nachverdichtung, Nutzung städtischer Flächen für bezahlbares Wohnen und Kooperation mit Genossenschaften. Wachstum mit Augenmaß, Wohnraum für Familien, Pflegekräfte und den Mittelstand statt Spekulation.
Laut Flächennutzungsplan ist der Anteil der versiegelten Flächen in Unterschleißheim „insgesamt sehr hoch“. Der Flächennutzungsplan sieht deshalb einen sparsamen Umgang mit Grund und Boden vor. Wie würden Sie als Bürgermeister dieser Aufgabe Rechnung tragen?
Thomas Bittner: Unterschleißheim ist stark verdichtet. Deshalb gilt für mich klar: Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Neue Projekte nur flächensparend, mit Grün, Entsiegelung und Regenrückhalt. Bauen endet dort, wo Lebensqualität, Klima Resilienz und Infrastruktur leiden. Wachstum darf kein Selbstzweck sein, sondern muss der Heimat dienen.
Wie sieht ihr Plan für Mobilität in Unterschleißheim aus?
Thomas Bittner: Ich setze auf Pragmatismus statt Ideologie. Priorität haben bessere Busanbindungen innerhalb der Stadt und zur S-Bahn, sichere durchgängige Radwege und Entlastung der Hauptachsen durch intelligente Verkehrssteuerung. Auto, Rad und ÖPNV dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, Mobilität muss alltagstauglich bleiben.
Wie bewerten Sie den aktuellen Haushalt der Stadt? Wo sehen Sie Einsparpotenzial oder zusätzlichen Investitionsbedarf?
Thomas Bittner: Der Haushalt ist solide, aber ambitioniert. Ich setze auf klare Prioritäten, strenge Kostenkontrolle und zeitliche Streckung nicht dringlicher Projekte. Investitionen in Bildung, Sicherheit und Infrastruktur haben Vorrang. Mein Anspruch ist klar: Gebühren für Bürger möglichst stabil halten, das ist CSU-Finanzpolitik.
In den vergangenen Jahren wurde in Unterschleißheim teils kräftig in Betreuungskapazität in Kitas und Tagespflege investiert. Dennoch ist es immer noch knapp. Was könnte die Stadt Ihrer Meinung nach tun und wie würden Sie als Bürgermeister die Betreuungssituation verbessern?
Thomas Bittner: Das Hauptproblem ist nicht der Bau, sondern das Personal. Ich will Fachkräfte aktiv gewinnen: durch Unterstützung beim Wohnen, flexible Arbeitsmodelle, Ausbildung und Quereinstieg. Träger müssen entlastet werden, damit Pädagogik im Mittelpunkt steht. Verlässliche Betreuung ist soziale Verantwortung und Standortfaktor zugleich
Wichtiger Posten bei den Einnahmen der Stadt Unterschleißheim ist die Gewerbesteuer. Was würden Sie als Bürgermeister tun, um das Gewerbe und die Ansiedlung von Unternehmen in Unterschleißheim fördern?
Thomas Bittner: Eine starke Wirtschaft sichert Arbeitsplätze und Handlungsspielräume. Ich setze auf schnelle Verfahren, feste Ansprechpartner und aktive Betreuung des Mittelstands. Der ICU e.V. ist wichtig, braucht aber klarere politische Steuerung. Nicht nur Neuansiedlungen zählen, sondern vor allem starke Betriebe, die bleiben und wachsen.
Der vom Menschen mitverursachte Klimawandel ist eine wissenschaftliche Tatsache und wir spüren ihn auch in Unterschleißheim – mit größerer Hitze, häufigerem Starkregen oder heftigeren Stürmen. Abgesehen von allgemeinen Maßnahmen zur CO₂-Reduktion und – Einsparung – welche Ideen haben Sie als Bürgermeisterkandidat, um Unterschleißheim „klimafester“ und weniger anfällig gegen lokale Auswirkungen der globalen Entwicklung zu machen?
Thomas Bittner: Der Klimawandel ist Realität. CSU-Politik heißt: handeln ohne Ideologie. Mehr Stadtgrün und Schatten, besseres Starkregenmanagement, klimaangepasstes Bauen bei Neubauten. Ziel ist ein widerstandsfähiges Unterschleißheim pragmatisch, bezahlbar und konkret spürbar für die Bürger.
Unterschleißheim hat ein reiches Vereinsleben und eine Vielzahl an sozial und karitativ engagierten Gruppen. Es herrscht parteienübergreifend Einigkeit, dass die nach Kräften unterstützt werden sollen. Wie genau würde diese Unterstützung mit Ihnen als Bürgermeister aussehen?
Thomas Bittner: Vereine und Ehrenamt sind das Rückgrat unserer Stadt. Mit mir gibt es verlässliche Förderung, weniger Bürokratie und bessere Infrastruktur. Ich wünsche mir mehr Angebote für Jugendliche, stärkere Vernetzung für Senioren und gezielte Unterstützung für Benachteiligte durch Ermöglichung, nicht durch Bevormundung