Seit dem Start des regionalen Bikesharing-Systems MyRadl am 7. Mai wurden knapp 116.200 Fahrten (Stand 18.06.2026) mit MyRadl zurückgelegt, etwa ein Drittel davon mit Pedelecs. Die Auswertungen nach etwas mehr als einem Monat zeigen, dass MyRadl vor allem für kurze Wege im Alltag genutzt wird – etwa zur Anbindung an Bus und Bahn, für Strecken innerhalb der Stadt/Gemeinde oder zwischen den Landkreisen.
„Damit leistet MyRadl einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Mobilität im MVV-Raum“, teilt der MVV mit. Seiner Auswertung zufolge wurden MyRadl-Räder wurde im Durchschnitt 19 Minuten je Fahrt genutzt, die durchschnittlich zurückgelegte Fahrstrecke lag bei 2,4 Kilometern.
„Uns war wichtig, dass insbesondere Menschen mit ÖPNV-Abo profitieren – für sie sind die ersten 30 Minuten auf dem Rad kostenlos – um Bus und Bahn attraktiver zu machen“, sagt Münchens zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs in einer Pressemitteilung. Georg Dunkel, Mobilitätsreferent der Stadt München zufolge schließt das System Lücken in der alltäglichen Mobilität, überbrückt Wege, die zu Fuß zu weit sind, und erleichtert den Umstieg auf den ÖPNV.
Aus Sicht der beteiligten Umlandgemeidnen, zu denen auch Unterschleißheim gehört, kommentiert Robert Niedergesäß, Landrat des Landkreises Ebersberg und Sprecher der MVV-Verbundlandkreise und -städte, den Start des Angebots folgendermaßen: „MyRadl zeigt schon nach wenigen Wochen, welches Potenzial in einem gemeinsamen regionalen Bikesharing-System steckt. Es verbindet Landkreise und Kommunen über Gemeindegrenzen hinweg und macht kurze Wege im MVV-Raum einfacher, flexibler und klimafreundlicher. Genau so kann regionale Mobilität im Alltag funktionieren; das erfolgreiche Zusammenspiel der verschiedenen Verkehrsmittel und die sogenannte letzte Meile sind eine wichtige und glückliche Kombination.“
So funkitioniert MyRadl
MyRadl ist in der MVV-App, der MVGO-App und der Nextbike-App verfügbar. Nach einer einmaligen Registrierung in einer dieser Apps kann der QR-Code am Hinterrad des Fahrrads gescannt und die Fahrt gestartet werden.
Alle MyRadl-Standorte sind auf der interaktiven Karte in allen drei Apps und auf www.myradl.de zu finden. Dort wird angezeigt, innerhalb welcher Flächen die Fahrradmiete wieder beendet werden muss. Wird das Fahrrad nicht innerhalb eines MyRadl-Standortes abgestellt, werden 20 Euro Gebühr fällig.
Außerhalb von München – also auch in Unterschleißheim – gibt es meist eine Stele oder ein Schild für den Mobilitäts- oder Radpunkt, manchmal auch Bodenmarkierungen oder Fahrradabstellanlagen. In München nutzt MyRadl die sogenannten „geteilten Abstellflächen“. Die sind an einer weiß-grünen Umrandung der Flächen sowie Schildern und Bodenmarkierungen mit Fahrzeug-Symbolen erkennbar. Zusätzlich gibt es rein virtuelle Standorte, die in den Apps angezeigt werden.
Kosten und Tarife
Die Nutzung von MyRadl ist im Basistarif ab einem Euro pro 30 Minuten für ein klassisches Fahrrad möglich, ab drei Euro pro 30 Minuten für ein E-Bike. ÖPNV-Abonnentinnen und -Abonnenten fahren die ersten 30 Minuten pro Ausleihe eines klassischen Fahrrads kostenlos, beim E-Bike kostet die erste halbe Stunde 1,50 Euro. Um die Vergünstigungen zu nutzen, muss einmalig die entsprechende Abo-Nummer hinterlegt werden. Außerdem gibt es Monats- und Jahresabos.
Förderung und Finanzierung
Die Landeshauptstadt München und die Kommunen innerhalb des MVV-Verbundraums, in denen MyRadl verfügbar ist, tragen die Kosten für die Einführung und Pflege des Systems anteilig. Als Gesellschafter des MVV unterstützen auch der Freistaat Bayern und die MVV-Verbundlandkreise und -städte das Projekt.
In den Kommunen der NordAllianz (Eching, Garching, Hallbergmoos, Ismaning, Neufahrn, Oberschleißheim, Unterföhring und Unterschleißheim) wird das Bikesharing-System zusammen mit weiteren Radinfrastrukturmaßnahmen durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative zu 75 Prozent gefördert.
Auch interessant