Das sogennante „Esso-Grundstück“ an der Ecke Bezirks- und Buchenstraße beschäftigt die Stadtgemeinschaft schon seit geraumer Zeit. Mit dem Erwerb des früheren Tankstellengeländes im Jahr 2015 hat die Stadt das Ziel verfolgt, mit der Nachnutzung die Bezirksstraße als attraktive Einkaufsstraße zu stärken.
Seit der Übergabe des Grundstücks an die Stadt 2017 wurden in einem mehrjährigen Prozess verschiedene Nutzungskonzepte geprüft und diskutiert – von Einzelhandel über Gastronomie und Kino bis hin zu unterschiedlichen Wohnformen.
Was geplant ist
Nun ist ein privater Investor an die Bauverwaltung herangetreten und hat einen konkreten Projektentwurf vorgeschlagen: Geplant ist ein viergeschossiges Gebäude mit einem Biomarkt, einem Café und 42 barrierefreien Wohnungen. Im Stadtrat am 26. März 2026 wurde hierzu die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschlossen.
Um zum aktuellen Stand zu informieren, lädt die Stadt am 20. Juli um 19 Uhr zu einer Bürgerinformation in den Festsaal des Bürgerhauses ein. Im Rahmen der Veranstaltung soll das vom Investor entwickelte Konzept ausführlich vorgestellt werden. Darüber hinaus wird über den Ablauf des Bauleitplanverfahrens sowie die weiteren Planungsschritte informiert.
Unterscheidliche Perspektiven und Wünsche
Im Vorfeld der Kommunalwahlen 20ß26 haben sich auch mehrere Bürgermeisterkandidaten in ihren Interviews mit Ushel.news zum „Esso-Grundstück“ geäußert. Thomas Bittner (CSU) hatte die bis dahn erfolgten Bemühungen mit den Worten „Traumschlösser planen und sich dann wundern warum Kosten explodieren“, kritisiert und für den Fall seiner Wahl schnelle Umsetzung in Aussicht gestellt.
Bernhard Schüßler (Grüne) war gegen einen Verkauf des Grundstücks, da sich die Stadt mit dem Verkauf städtebauliche Möglichkeiten nehmen würden. Er bekräftigte „Ziel ist bezahlbarer Wohnraum und Gewerbe, etwa ein Supermarkt im Erdgeschoß. „Es gibt aber immer wieder Gedanken, was man machen könnte und wir wollen da schon etwas entwickeln. Und wenn das noch etwas dauert ist das besser als ein Schnellschuss, den man dann jahrzehntelang bereut“, legte er seine Sichtweise dar,
Christoph Böck (SPD), der sich dann bei der Wahl durchgesetzt hat, betonte im Interview, dass die Stadt dabei sei, das Grundstück zu entwickeln, das Interesse in der Baubranche allerdings sehr zurückhaltend sei. Das liege auch an den baurechtlich Einschränkungen, die sich aus der zentralen Lage ergeben. „Aus meiner Sicht ist es schön, wenn wir einen Investor finden, der die Umsetzung angeht“, sagte Böck zum Jahresanfang. „Wir wollen das Grundstück ja verkaufen. Aber es ist für den Erhalt der Bezirksstraße als Einkaufsstraße – der das Hauptziel ist – im Moment nicht zwingend erforderlich.“