„Verlief alles weitgehend nach Plan“

So wird das COG erweitert

Rohbau des Erweiterungsbau des Carl-Orff-Gmnasiums (Foto: Peter Marwan)
Der Erweiterungsbau des Carl-Orff-Gmnasiums soll mit Beginn des Schuljahres 2027/28 "Heimat zum Lernen" für viele Oberstufenschüler sein. (Foto: Peter Marwan)

Verschrumpelt, verstrubbelt, verdrückt und verkrustet – ganz ehrlich: Ein neugeborenes Baby können auch nur die Eltern lieben. Aber sie können das sehr gut und prima erklären, warum es das schönste Baby de Welt ist und welch glänzende Zukunft es haben wird. Beim Richtfest eines Gebäudes ist das ähnlich: Man sieht die äußere Form und ahnt, wo es einmal hingehen wird, aber um die rechte Vorstellung zu bekommen, braucht es die Erklärungen der Erbauer.

Vielleicht wurde das Richtfest genau deshalb erfunden. Das Gröbste ist überstanden, jetzt – wo man eigentlich schon einziehen möchte – braucht es Durchhaltevermögen und Geduld für den Feinschliff. Da schadet es nicht, wenn die Vision des fertigen Gebäudes noch einmal präsentiert wird – diesmal nicht mit kleinen Holzmodelle auf dem Konferenztisch, sondern in Lebensgröße und in freier Wildbahn.

Warum braucht es den Erweiterungsbau?

Der Erweiterungsbau des Carl-Orff-Gymnasiums ist aufgrund steigender Schülerzahlen, der Rückkehr zum G13 und zusätzlichen Ganztagesangeboten notwendig geworden. Mit ihm sollen aber nicht einfach nur mehr Klassenzimmer (zwölf kommen dazu) und eine zusätzliche Sporthalle, sondern auch Möglichkeiten für zeitgemäße Lernformen geschaffen werden.

Bauleiter Danny Lange (links) und Zimmerman Maik Majewski auf dem Gerüst beim Richtspruch des COG-Erweiterungsbaus (Foto: Peter Marwan)
Bauleiter Danny Lange (links) und Zimmerman Maik Majewski beim Richtspruch (Foto: Peter Marwan)

Außerdem kommen zwei Lehrerzimmer, zwei Inklusionsräume und zwei Mehrzweckräume hinzu. Im Außenbereich entstehen zudem drei zusätzliche Allwettersportplätze. Zwei davon wurden bereits 2024 errichtet und werden schon genutzt. Vorgesehen sind auch neue Fahrradstellplätze und eine Boulderwand in der Außenwand der Schule. Die kann dann auch außerhalb der Schulzeiten genutzt werden.

Bürgermeister Christoph Böck bei seine rAnsprache beim Richtfest für den COG-Erweiterungsbau. (Foto: Peter Marwan)
„Verlief alles nach Plan – weitgehend“, erklärte Bürgermeister Christoph Böck, während im Hintergrund planmäßig Trockenbauwände erstellt und an Lüftung, Sanitär- und Elektroanlagen gearbeitet wurde. (Foto: Peter Marwan)

Zusammen mit der gleichzeitig durchgeführten Sanierung des Physikbereichs im Bestandsgebäude kostet das gesamte Vorhaben rund 28,8 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2027 geplant. Damit stehen alle neuen Räumlichkeiten und Einrichtungen ab dem Schuljahr 2027/28 zur Verfügung.

„Möglichkeiten für neue Lernangebote“

Der Erweiterungsbau zeichnet sich durch einen großen, zentralen Innenraum aus. Der erhält in etwa der Hälfte Tageslicht durch ein Glasdach. Diese Funktion wurde beim Richtfest durch Gerüste und Bauabdeckungen noch nicht wirklich erlebbar. Sie soll aber nach der Fertigstellung eine wesentliche Rolle spielen und den zweistöckigen Innenraum zu einem Mehrzweckraum während der Schulstunden und einem angenehmen Gemeinschaftsbereich in den Pausen machen.

Nicola Gerhardt als Stellvertreterin von Landrat Christoph Göbel bei 9ihrer Rede beim Richtfest des COG-Erweiterungsbaus (Foto: Peter Marwan)
Für Nicola Gerhardt war das Richtfest des COG-Erweiterungsbaus einer der ersten Termine als Stellvertreterin von Landrat Christoph Göbel. (Foto: Peter Marwan)

„Der Neubau spiegelt auch den Wandel in der Bildungslandschaft wider“, sagte Schulleiterin Greta Schicker. Er begleite den „Weg vom Lehrer als Bildungsvermittler hin zum Lernbegleiter.“ Der Neubau biete damit eine „Heimat zum Lernen“.. Man habe bereist jetzt 205 Anmeldungen für die Ganztagssschule. Damit sei „Schule immer mehr Lebensraum, nicht nur Lernraum“ – und der Wandel müse eben auch in der Architektur berücksichtigt werden.

Nachhaltigkeit wird großgeschrieben

Auf den ersten Blick auf den gewöhnlich erscheinenden Beton-Bau erschließt sich das nicht, aber beim Bau wurde auch auf Nachhaltigkeit geachtet. So soll der Bau die hohen Anforderungen der Energieeffizient-Stufe 40 (KfW 40) und wird mit dem Gebäude eine DGNB-Zertifizierung (Silber-Status) angestrebt. Mit ihr soll nachgewiesen werden, dass bei Planung und Bau besonderer Wert auf die Nachhaltigkeit gelegt wurde.

Schulleiterin Greta Schicker bei ihrer Rede zum Richtfest des Erweiteruingsbaus des Carl-Orff-Gymnasiums (Foto: Peter Marwan)
Schulleiterin Greta Schicker betonte die neuen Lernmöglichkeiten, die durch den Erweiterungsbau für die Schülerinnen und Schüler des Carl-Orff-Gymnasiums entstehen (Foto: Peter Marwan)

Die DGNB-Zertifizierung genießt im deutschen Bauwesen eine hohe fachliche Anerkennung. Kritik richtet sich weniger gegen die Bewertung und die grundsätzliche Zielsetzung als vielmehr gegen den Dokumentationsaufwand, die Kosten und die Komplexität des Systems. In der Fachwelt gilt sie insgesamt als eines der fundiertesten Nachhaltigkeitsbewertungssysteme für Gebäude und Quartiere.

Architekt Gerhard Eckl bei seiner Rede beim Richtfest für den COG-Erweiterungsbau. (Foto: Peter Marwan)
„Es ging nicht nur darum, mehr Platz für Klassenzimmer zu schaffen, sondern auch Möglichkeiten für neue Lernangebote“, fasste Architekt Gerhard Eckl seine Aufgabenstellung für den COG-Erweiterungsbau zusammen.

Um die Zertifizierung zu erhalten, wird unter anderem Recycling-Beton verwendet, ist eine Holzfassade vorgesehen und wurden auch die Materialien für den Innenausbau mit Blick auf Nachhaltigkeit ausgewählt. Nicht zuletzt soll auch der Anschluss an die in Unterschleißheim bereits vorhandene Geothermie auf die Nachhaltigkeit einzahlen.

Auch die gute Anbindung des COGs ans Radwegenetz kann man als Aspekt der Nachhaltigkeit sehen. Und wiel dem Schul-Zweckverband der Ganztageschrakter der Schule wichtig war, habe man auch eine vollständige Grüneinfassunbg vorgesehen, berichtete Architekt Eckl. Nicht zuletzt bekommt die Dachfläche der neuen Sporthale eine PV-Anlage.

Über die bisherige Entwicklung un den weiteren Fortschritt informiert das COG regelmäßig mit neuen Bildern auf einer eigens eingerichteten Webseite.

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