Die Stadt Unterschleißheim hat einen Teil des Budgets zum Ausgleich der nicht vermeidbaren kommunalen Treibhausgas-Emissionen für fünf große Insektenhotels im Stadtgebiet ausgegeben. Damit sollen Nistplätze für Wildbienen geschaffen werden.
An den Insektenhotels klären Informationstafeln über Wildbienen auf. „Bewusst wurden die Standorte so gewählt, dass die Wildbienen auch ein Nahrungsangebot in der Nähe finden können“, erklärt die Stadt. Zwei Insektenhotels stehen bei den Ausgleichsflächen Lohhof Süd. Neue Insektenhotels stehen auch beim Wasserspielplatz in der Alten Hauptstraße sowie nahe der neu angelegten Blumenwiesen im Rolf-Zeitler-Park. Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen in dem Park bereits 25 insektenfreundliche und klimatolerante Bäume gepflanzt.
Die Stadt will ihrer Mitteilung zufolge damit „ein wichtiges Zeichen für den Artenschutz“ setzen. Da sind die Insektenhotels ein guter erster Schritt. Bürgerinnen und Bürgern bieten sich aber noch weitere Möglichkeiten.
Was man über das eigene Insektenhotel wissen sollte
Wer der Stadt nacheifern möchte und ein Grundstück hat, auf dem er ein Insektenhotel aufstellen kann, sollte sich vorab gut informieren. Viele in Baumärkten und Online angebotene Modelle erfüllen Naturschützern zufolge die Anforderungen nicht oder sind völlig überteuert.
Für Heimwerker haben BUND und NABU Anleitungen zum Bau von Insektenhotels veröffentlicht. Der NABU gibt zudem ausführliche Tipps rund um das Thema und bietet sogar einen Online-Kurs an. Der LBV Fürstenfeldbruck erklärt ebenfalls ausführlich, wie der Bau zu bewerkstelligen ist und gibt den Tipp, für die erforderlichen glatten Ränder Metallbohrer statt Holzbohrer zu verwenden.
Weniger Bastelfreudigen bietet der NABU fertige, geeignete Insektenhotels an (9 bis 23 Euro zuzüglich Versandkosten von mindestens 4,99 Euro). Worauf beim Kauf von Insektenhotels generell zu achten ist, hat die Stiftung Warentest zusammengefasst. Die auf Bienen spezialisierte Initiative Mellifera e.V. gibt zudem hier Tipps für Nisthilfen für Wildbienen und verlinkt auch auf Shops, die nach Auffassung der Initiative geeignete Nisthilfen anbieten.
Insektenhotels erreichen nur einen Teil der Wildbienenarten
In Deutschland kommen insgesamt 585 Wildbienenarten vor. Ungefähr ein Viertel davon nutzen Brutröhren von Insektenhotels, um ihre Eier abzulegen. Die übrigen bauen Brutröhren in den Boden oder in Lehmwände, nutzen markhaltige Pflanzenstängel oder Totholz. Einige Mauerbienen-Arten bevorzugen leere Schneckenhäuser.
Das heißt aber auch, dass Insektenhotels nur einem Teil der vorkommenden Arten zugutekommen. Naturschützer betonen deshalb, dass sich der Artenschutz nicht darauf ausruhen darf, sondern auch andere Möglichkeiten bieten muss.
Im eigenen Garten kann man dafür zum Beispiel vegetationsarme Stellen freilassen (70 Prozent der Wildbienen nisten im Boden) oder Erdbereiche, die vor dem Regen durch ein Dach geschützt sind, freilassen. Diese Stellen nehmen dann auch Schlupf-, Grab- und andere Wespen gerne an. Sie jagen Blattläuse, Raupen oder Blattkäfer und „bedanken“ sich so mit ihrer Hilfe beim Gartenbesitzer.
Auch interessant
Ergebnisse der Insektenkartierung im Landkreis München
Insektenfreundliches Gärtnern: Vorgartenwettbewerb jetzt auch für Balkone