Beim letzten Treffen der zurückliegenden Wahlperiode des Kreistags des Landkreis München standen keine Beschlüsse auf der Tagesordnung. Vielmehr nutzten die Kreisrätinnen und Kreisräte die Gelegenheit, gemeinsam auf die vergangenen sechs Jahre zurückzublicken und sich von denen zu verabschieden, die dem Gremium künftig nicht mehr angehören.
Rückblick auf eine krisenreiche Amtszeit
Die Veranstaltung fand im „Spektakel im Postsaal“ in Ebenhausen (Gemeinde Schäftlarn) statt. Der alte und neue Landrat Christoph Göbel griff den Namen des Veranstaltungsortes in seiner Rede mit einem Augenzwinkern auf – er sei in gewisser Weise sinnbildlich für die zurückliegende Amtszeit gewesen. Tatsächlich war die Periode von mehreren Krisen geprägt: zunächst die Corona-Pandemie, gefolgt vom anhaltenden Krieg in der Ukraine und einer zunehmend angespannten geopolitischen Lage. Parallel verschlechterte sich die Haushaltslage deutlich, bei gleichzeitig steigenden Aufgaben. Die Kreisumlage erreichte zuletzt mit 53,7 Prozentpunkten einen historischen Höchststand.
Erfolgreich vorangebrachte Projekte
Trotz dieser Herausforderungen seien zentrale Zukunftsprojekte vorangebracht worden, betonte Göbel. Dazu zählen insbesondere der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, Fortschritte im Energie- und Klimaschutz sowie die Weiterentwicklung der Schullandschaft.
Als entscheidend hob er die enge Zusammenarbeit mit den Kommunen hervor. Sein Dank galt allen Kreisrätinnen und Kreisräten für ihr ehrenamtliches Engagement.
Würdigung langjähriger Wegbegleiter

Besonders gewürdigt wurden die langjährigen Stellvertreter des Landrats – Ernst Weidenbusch, Otto Bußjäger, Annette Ganssmüller-Maluche und Christoph Nadler –, die seit zwölf Jahren im Amt sind. Insgesamt wurden 19 Mitglieder verabschiedet, darunter mit Ingrid Lenz-Aktas und Weidenbusch zwei Personen, die dem Kreistag 36 Jahre angehörten.
Unterschleißheim: Wechsel und Kontinuität

Auch aus Unterschleißheim gibt es Veränderungen: Lissy Meyer (69, Bündnis 90/Die Grünen) gehört zu den ausgeschiedenen Kreisrätinnen. Sie war im März 2025 in den Kreistagals Nachfolgerin von Luitgard Dittmann-Chylla nachgerückt. Damals hatte ihre Fraktion sie als erfahrene Sozialpolitikerin mit großem Engagement für soziale Gerechtigkeit und Teilhabe begrüßt. Trotz der kurzen Amtszeit setzte Meyer wichtige Impulse.
Konstanz gibt es hingegen bei den anderen beiden Kreistagsmitgliedern aus Unterschleißheim: Christoph Böck (SPD), Erster Bürgermeister der Stadt, sowie Johannes Rohleder (Bündnis 90/Die Grünen) konnten ihre Sitze erfolgreich verteidigen und werden auch dem neuen Kreistag angehören.
Der neu gewählte Kreistag für die Amtszeit 2026 bis 2032 tritt am 11. Mai zu seiner konstituierenden Sitzung erstmals zusammen.