Im Frühjahr gab es im Stadtrat eine hitzige Diskussion um die Zukunft von Leih-E-Scootern in Unterschleißheim. Nachdem die Stadt mit dem ersten Anbieter (Lime) endlich ein Auskommen gefunden und Abstellplätze eingerichtet hatte, drängte bereits ein zweiter Anbieter (Voi) auf den Markt.
Die Befürchtung war vielfach groß, dass weitere folgen könnten und auf Straßen und Gehwegen durch falsch abgestellte E-Scooter das Chaos ausbricht. Deshalb einigte man sich schließlich auf eine Deckelung für die Sondernutzung, die den Anbietern zu gewähren ist. Das Vertrauen in die Kräfte des Marktes war da insbesondere bei denn gering, die sie sonst regelmäßig beschwören.
Mitte Mai startete dann trotz der ungünstigen Voraussetzungen auch Voi Technology damit, in Unterschleißheim Leih-E-Scooter aufzustellen. Neben den bereits bekannten, grün-weißen Rollern der Marke Lime gibt es nun auch schwarz-rosa Gefährte zum Mieten.
Voi oder Lime? Kommt darauf an ..
Die beiden Anbieter verfolgen in Deutschland ein sehr ähnliches Grundmodell: Es gibt einen Grundpreis zum Entsperren des Fahrzeugs und anschließend einen Minutenpreis. Auch die Tarife sind ähnlich.
Unterschiede gibt es vor allem bei den Abo- und Minutenpaketen. Welcher Anbieter für einen selbst günstiger ist, hängt auch von den Nutzungsgewohnheiten und davon ab, ob man bereit ist, sich auf ein Abo oder den Kauf vorab bezahlter Minutenpakete einzulassen. Generell sind die Preise bei Lime flexibler, bei Voi übersichtlicher.
Für gelegentliche Fahrten entscheidet daher häufig eher die Verfügbarkeit der Fahrzeuge am gewünschten Ort als der Tarif. Damit sich das zweite Angebot langfristig etabliert, wäre also auch in Unterschleißheim eine breite Verfügbarkeit sinnvoll. Die zu erlauben konnte sich der Stadtrat aber mehrheitlich nicht durchringen.
Beide Anbieter stellen nun jeweils rund 100 E-Scooter in Unterschleißheim bereit. Die können an den rund 40 ausgewiesenen E-Scooter-Parkplätzen, um die herum jeweils eine 200-Meter-Abstellverbotszone gilt, sowie in den bestehenden „Freefloating“-Bereichen (also Bereichen, in denen die Abstellung nicht geregelt ist) ausgeliehen und abgestellt werden.
Regeln und deren Durchsetzung
„Ziel ist es, die umweltfreundliche Mikromobilität weiter zu stärken und gleichzeitig eine geordnete Nutzung im öffentlichen Raum sicherzustellen“, teilte die Stadt zum Start mit. Um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten, stehe die Stadt in engem Austausch mit beiden Anbietern.

„Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Einhaltung der Abstellregeln und der Verkehrssicherheit“, heißt es von der Verwaltung. Hinweise oder Beschwerden, beispielsweise zu falsch abgestellten E-Scootern, können Bürgerinnen und Bürger per E-Mail direkt an die Stadtverwaltung richten (e-scooter@ush.bayern.de).
Eine Stichprobe durch Ushel.news nach sechs Wochen mit zwei Anbietern zeigt, dass der länger etablierte Anbieter Lime die Abstellthematik offenbar besser im Griff hat. Scooter von Voi standen öfter außerhalb der vorgesehenen Abstellplätze. Es darf aber gehofft werden, dass sich das bald bessert. Auch Lime hat am Anfang etwas gebraucht, um die Verbotszonen und Abstellplätze korrekt in seine App aufzunehmen.
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