Die Weihnachtszeit endet in Bayern – vor allem in katholischen Gemeinden – traditionell und offiziell an Mariä Lichtmess und damit am 2. Februar. Daher blieb früher in vielen bayerischen Haushalten der Baum bis zu diesem Tag stehen und oft werden heute noch an diesem Tag die Krippen abgebaut und die Weihnachtsdekoration entfernt.
So war´s früher. Aber da die Weihnachtszeit heute nach Beschluss der Supermärkte schon mit dem Ende der Schulferien im September beginnt und die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, die im Kirchenjahr den offiziellen Beginn markiert, als großes Finale gesehen wird, hält es auch der Christbaum in vielen Wohnungen nicht mehr so lange aus.
Abseits theologischer Fragen hat das auch ganz praktische Gründe: In der gut geheizten Neubauwohnung sind spätestens ab Dreikönig mehr Nadeln auf dem Boden als am Baum.
Als moderne Stadt mit Traditionsbewusstsein hat Unterschleißheim sich einen Kompromiss ausgedacht: Die Christbäume werden irgendwann dazwischen eingesammelt. Die nadelarmen Christbäume werden 2026 am 12. und 13. Januar in den Straßen östlich der Bahnlinie abgeholt. Am 14. und 15. Januar sind dann die Stadtteile westlich der Bahnlinie dran.
Mit Restnadeln, aber ganz ohne Schmuck
Die Stadt bittet, die Christbäume am Abholtag bis spätestens sechs Uhr früh oder bereits am Vorabend „gut sichtbar und frei zugänglich am Grundstücksrand zur befahrbaren Straße oder in den Wohnanlagen an den Sammelplätzen“ bereitzulegen. Die Bäume werden anschließend gehäckselt. Deshalb müssen sie komplett abgeräumt sein. Das heißt, der gesamte Christbaumschmuck, neben Kugeln und Lichterketten auch Lametta, Watte und sonstige Dekoration, müssen entfernt werden.
„Nicht abgeschmückte Christbäume werden nicht mitgenommen“, warnt die Stadt. Auch nachträglich abgelegte Christbäume könnten nicht mehr kostenfrei eingesammelt werden.
Dazu gezwungen, seinen Christbaum vor Ende des Kirchenjahrs abzuliefern, wird aber niemand. Das Bäumchen darf zu den Öffnungszeiten auch nach dem 2. Februar noch auf der Wertstoffsammelstelle abgeben werden.