BUND Naturschutz bittet um Unterstützung

Eichhörnchen und Igel schützen und zählen

Comic-Zeichnung von Eichhörnchen und Igel in einem Hausgarten bei Einbruch der Dämmerung. (Bild: Peter Marwan mit ChatGPT)
Eichhörnchen und Igel fühlen sich in naturnahen Gärten deutlich wohler. Bei den aktuell laufenden "Volkszählung" können über Apps alle mithelfen. (Bild: Peter Marwan mit ChatGPT)

Der BUND Naturschutz in Bayern hat auf seiner Facebook-Fanpage darauf hingewiesen, dass Eichhörnchen je nach Lebensraum und Nahrungssituation bis Ende August Junge zur Welt bringen. Deshalb seien ab dem Spätsommer insgesamt mehr Tiere unterwegs und auf Nahrungssuche.

„Dabei queren Eichhörnchen auch oft Straßen. Da sie sehr geschäftig sind, schenken sie dem Straßenverkehr oft kaum Aufmerksamkeit, was tödlich für sie enden kann. Im Sommer werden daher viele Eichhörnchen überfahren. Das muss nicht sein. Bitte fahrt langsam“, appellieren die Naturschützer an die Bevölkerung.

Eichhörnchen-Jagd mit der App

Außerdem werben sie noch einmal für die Teilnahme an ihrem Citizen-Science-Projekt „Eichhörnchen in Bayern„. Damit werden Daten von gesichteten Eichhörnchen gesammelt. Damit sich geeigneten Schutzstrategien erarbeiten lassen, ist eine möglichst große Datenbasis erforderlich.

Mitmachen können dabei alle Smartphone-Besitzer. Das Projekt läuft über die kostenlose App „Eichhörnchen in Bayern“. Sie steht im Google Play Store oder im Apple App Store zum Download bereit.

Igel richtig unterstützen

Ein weiterer aktueller Aufruf bringt einen anderen, sympathischen Gartenbewohner in Erinnerung: den Igel. „Die anhaltende Sommerhitze trifft Igel gerade in einer besonders kritischen Lebensphase“, sagt Martina Gehretvom BUND Naturschutz. „Naturnahe Gärten sind jetzt wichtiger denn je. Sie bieten Nahrung, Wasser und geschützte Rückzugsräume und können Igeln damit entscheidend helfen.“

Die anhaltende und extreme Hitze und Trockenheit erschweren den Tieren die Nahrungssuche erheblich. Denn trocknen die oberen Bodenschichten aus, ziehen sich Regenwürmer und andere Bodenorganismen in tiefere Schichten zurück oder werden weniger aktiv. Auch viele Insekten und ihre Larven finden in trockenen und intensiv gepflegten Gärten schlechtere Lebensbedingungen.

Wer Igel unterstützen möchte, kann dies etwa mit einer flachen Wasserschale im Schatten tun. „Sie sollte täglich gereinigt und mit frischem Wasser gefüllt werden“, erklärt Gehret. „Milch ist für Igel dagegen ungeeignet und kann schwere Verdauungsprobleme verursachen. Außerdem sollte auf Pestizide verzichtet werden. Laub unter Hecken und in ungestörten Gartenecken darf gerne liegen bleiben. Mähroboter sollten insbesondere in der Dämmerung und nachts nicht eingesetzt werden, weil sie für Igel zur Gefahr werden können.“

Wichtig sei auch, dass Igel zwischen Gärten wechseln können. Denn ein einzelner Garten reicht ihnen als Lebensraum meist nicht aus. Die nachtaktiven Tiere legen auf ihrer Nahrungssuche teils mehrere Kilometer pro Nacht zurück und sind deshalb auf miteinander verbundene Lebensräume angewiesen.

Kleine Öffnungen in Zäunen und Mauern (Öffnungen von mindestens etwa 13 mal 13 Zentimetern) ermöglichen ihnen den Durchgang. Noch besser sind Hecken als Grundstücksbegrenzung: Sie können Zäune ersetzen und bieten gleichzeitig Nahrung, Deckung und Material für den Nestbau.

„Igel-Challenge“ des BUND Naturschutz

Damit die Ausflüge der Igel zur Nahrungsbeschaffung nicht mit dem Unfalltod enden, sollte man als Verkehrsteilnehmer gerade in grünen Wohngebieten und an bekannten Querungsstellen in den Abend- und Nachtstunden besonders langsam und aufmerksam unterwegs sein, fordert Gehret.

Mit der „Igel-Challenge“ hat der BUND Naturschutz im Oktober 2024 begonnen. Sie läuft noch bis September 2029. Auch da sind die Naturschützer auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen, um eine ausreichend große Datenbasis zu bekommen. Hier läuft das Projekt über die kostenlose App ObsIdentify. Auch sie steht für im Google Play Store sowie im Apple App Store zum Download bereit.

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