Demokratie besteht aus vielen kleinen, mühevollen und manchmal auch langweiligen Schritten. Das mag manchmal nervig sein, stellt aber andererseits sicher, dass sich diese Schritte im Rahmen der Gesetze bewegen, transparent sind und alle gesellschaftlichen Gruppen daran teilhaben können. So gesehen war die Sitzung des Wahlausschusses der Stadt Unterschleißheim ein Fest der Demokratie – auch wenn es dabei sehr nüchtern zuging.
Auf dem Tisch lagen mehrere Aktenordner. Darin: Alle erforderlichen Dokumente. Wie de lagen rechtzeitig vor, waren in Ordnung und auch die notwendigen Unterstützerunterschriften lagen vor. Das hatte die Wahlleitung im Vorfeld ausgiebig geprüft und dokumentiert, wie Wahlleiter Rosco John und die Stellvertretende Wahlleiterin Anita Obermaier bestätigten. Damit konnte der Wahlausschuss am Dienstagabend einstimmig beschließen, dass bei den Kommunalwahlen 2026 in Unterschleißheim vier Kandidaten um das Amt des Bürgermeisters ins Rennen gehen.
Ein kurzfristiger Rückzug
Nicht auf dem Wahlzettel stehen wird Hans Kompe (Freie Wähler). Das ist überraschend. Er war am 3. Dezember bei der Aufstellungsversammlung der Freie Bürgerschaft Unterschleißheim als Bürgermeisterkandidat nominiert worden. Aauch am 15. Dezember 2025 bei der Aufstellungsversammlung der Freien Wähler für die Kommunalwahl wurde Kompe noch als Bürgermeisterkandidat für Unterschleißheim präsentiert. Die Kandidatur zog er dann jedoch laut Wahlleitung am 8. Januar 2026 zurück.
Die vier Kandidaten für 2026
Auf dem Wahlzettel stehen werden von links nach rechts Thomas Bittner für die CSU, Bernhard Schüßler für die Grünen, Christoph Böck für die SPD und Alexander Kieslich für Die Linke. Die Reihenfolge orientiert sich an der Kräfteverteilung auf Landesebene. Das ist so vorgegeben.
Wie die Reihenfolge der vier Kandidaten nach der Wahl ist, zeigt sich am 8. März an der Wahlurne. Oder am 22. März bei der Stichwahl. Denn erreicht kein Kandidat die absolute Mehrheit (mehr als 50 Prozent), wird am zweiten Sonntag nach dem Wahltag eine Stichwahl zwischen den beiden Personen mit den meisten Stimmen abgehalten.
Die Kandidatur von Bittner, Schüßler und Böck ist jeweils schon länger bekannt. Alle drei haben bereits zu Dreikönig mit dem Wahlkampf begonnen. Die Kandidatur von Kieslich kam dagegen etwas überraschend und wurde erst Mitte Januar bekannt (Ushel.news berichtete). Mit dem Beschluss des Wahlausschusses ist es nun auch offiziell, dass er antreten darf.
„Bündnis für Unterschleißheim“ tritt für den Stadtrat an
Vom „Bündnis für Unterschleißheim“ bewirbt sich zwar niemand um das Bürgermeisteramt, aber die Liste darf bei den Stadtratswahl antreten. Auch das hat der Wahlausschuss beschlossen. Nach der Trennung von der FDP im Stadtrat während der laufenden Legislaturperiode handelt es sich dabei – obwohl zuletzt mit Carolin Kranz und Heidi Kurz mit zwei Stadträtinnen im Stadtparlament verstehen – gesetzlichen gesehen um eine „neue“ Liste.
Als solche benötigte das BfU in Unterschleißheim 190 Unterstützerunterschriften (Ushel.news berichtete). Die Anzahl der benötigten Unterschriften hängt von der Einwohnerzahl ab. Die Hürde hat das BfU mit Bravour genommen: Am Ende standen 296 gültige Unterschriften auf der Liste, die zuvor im Bürgerbüro unterzeichnet werden konnte.
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