3,4 Kilometer zusätzlicher „Radl-Highway“

Radschnellweg macht langsam Fortschritte

Menschen auf Fahrrädern haben sich nebeneinander auf dem Radschnellweg aufgestellt. (Foto: Landkreis München)
Dr. Josef Rott, Abteilungsleiter im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Landrat Christoph Göbel, Christoph Tegeler (Landeshauptstadt München), Martin Singer (Staatliches Bauamt Freising), Christine Volkmer, Prof. Christian Schiebel (beide Regierung von Oberbayern) und Garchings Zweiter Bürgermeister Christian Nolte haben nahe dem Skatepark in Garching den neuen Abschnitt des Radschnellweges für den Verkehr freigegeben. (Foto: Landkreis München)

Wenn er fertig ist, soll der Radschnellweg vom Stachus nach Garching beziehungsweise nach Unterschleißheim Radl-Fahrenden bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 20 km/h auch im Berufsverkehr das Pendeln ermöglichen und den Alltagsradverkehr fördern. Die 19,4 respektive 16,2 Kilometern lassen sich dann in 65 beziehungsweise 55 Minuten bewältigen.

Möglich wird das durch eine ausreichende Breite des Radwegs, damit Überholen einfach möglich, weitestgehend separate Streckenführung, Über- und Unterführungen sowie Vorfahrtsregelungen, die Wartezeiten an Ampeln oder Kreuzungen minimieren.

Bis es soweit ist, dauert es allerdings noch etwas. Immerhin wurde jetzt ein zweites, 3,4 Kilometer langes, Teilstück für den Verkehr freigegeben. Es führt aus dem Garchinger Norden über die Autobahn A9, vorbei am Garchinger See bis zum Business Campus in Garching.

Radschnellwegbrücke über B 471 kommt 2027

Als nächster Schritt steht für das Jahr 2027 der Bau einer Radschnellwegbrücke über die B 471 an.  Dieses Teilstück (im Plan unten als 4.1. Nord bezeichnet) verbindet dann die jetzt eingeweihte Strecke mit der bereits existierenden, die ungefähr von der U-Bahn-Station Garching-Hochbrück östlich und südlich an Hochbrück vorbei zur B13 und dem parallel dazu verlaufenden Radweg führt.

Karte des Radschnellwegs von der B13 bis Garching Forschungszentrum (Grafik: Bayern Atlas / Landkresi München)
Der rot markierte Abschnitt des Radschnellwegs wurde jetzt für den Verkehr freigegeben, der gestrichelte Abschnitt ist bereits länger in Betrieb, die fehlende Verbindung mit Brücke über die B 471 soll 2027 folgen. (Grafik: Bayern Atlas / Landkreis München)

Damit verbessert sich dann die Anbindung aus Garching deutlich. Die Zuführung aus Unterschleißheim lässt allerdings noch auf sich warten – auch über elf Jahre nachdem der Ausschuss des Landkreises München für Bauen und Schulen im Mai 2015 mögliche Korridore festgelegt und ein regionales Radverkehrskonzept beschlossen hatte und sechs Jahre, nachdem der damalige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in Garching war, um den Förderbescheid an Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer zu übergeben.

Radverkehrskonzept für den Alltagsradverkehr

Das „regionale Radverkehrskonzept für den Alltagsradverkehr“ geht ursprünglich auf einen Antrag der Grünen-Fraktion im Kreistag zurück. Inzwischen haben sich die Idee jedoch auch CSU-Politiker zu eigen gemacht und zeigen sich auch Politikerinnen und Politiker anderer Parteien gerne auf dem Fahrrad.

Das neue Teilstück gaben in der letzten Juliwoche Landrat Christoph Göbel (CSU), Garchings Zweiter Bürgermeister Christian Nolte (von den mit den „Freien Wählern“ verbunden „Unabhängigen Garchingern“) und Dr. Josef Rott in Vertretung von Staatsminister Christian Bernreiter (CSU) den offiziell für den Verkehr frei.

„Ein modernes Radnetz lebt von lückenlosen Verbindungen. Mit dem neuen Teilabschnitt knüpfen wir das Netz im Münchner Norden enger und lassen die Vision eines echten ‚Radl-Highways‘ Realität werden“, zeigt sich Landrat Göbel begeistert. „Dieses Projekt beweist, wie viel wir für die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger bewegen können, wenn Kommunen, Landkreis und Freistaat Hand in Hand planen.“

„Echte und notwendige Alternative zum Auto“

„Mit den von uns geförderten Radschnellwegen kommen Radfahrer sicher und noch schneller ans Ziel“, sagt Stefan Schnorr (parteilos), Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr (BMV). „Das BMV unterstützt Länder und Kommunen dabei, die Radverkehrsinfrastruktur wie hier in München zu modernisieren und auszubauen und übernimmt bei diesem Projekt 75 Prozent der Kosten. Das sind gut investierte Mittel, mit denen wir ein passendes Angebot für Radfahrerinnen und Radfahrer schaffen und einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Mobilität in der Stadt leisten.“

Bayerns Verkehrsminister Bernreiter ließ ausrichten, dass Radschnellverbindungen „eine echte und notwendige Alternative zum Auto“ seien und damit sowohl die Straßen als auch den ÖPNV entlasten. „Damit bieten sie im Alltag ein ideales Angebot, um Wege zügig zurückzulegen und unterstützen aktiv den Umstieg aufs Rad.“

„Wir müssen neue Ideen und Ansätze für die Mobilität der Zukunft in unserer Region entwickeln“,  sagte Garchings Zweiter Bürgermeister Christian Nolte. Mit dem Radschnellweg biete man „eine echte Alternative zum motorisierten lokalen Individualverkehr“ an. Er fügte aber an: „Gleichzeitig haben wir gelernt: Ohne gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Fußgängern, Autofahrern und Radfahrern geht es auch mit neuen Radwegen nicht. Als passionierter Radfahrer appelliere ich daher besonders auch an die Radfahrer.“

Die Umsetzung des Abschnitts sei unter „strenger Berücksichtigung naturschutzfachlicher Belange“ realisiert worden, teilt der Landkreis München mit. Der ökologische Ausgleich finde im Bereich des Nationalen Naturerbes „Mallertshofer Holz“ statt. Gerodete Böschungen seien zeitnah wieder mit standortgerechten Gehölzen bepflanzt worden.

Gesamtkosten und weitere Informationen

Die Kosten für das gesamte Projekt (also die Radverbindung vom Stachus bis Garching und Unterschleißheim) belaufen sich auf rund 3 Millionen Euro brutto. Davon werden bis zu 2,73 Millionen Euro durch die Finanzhilfen des Bundes für Radschnellwege finanziert. Detaillierte Informationen zum bisherigen Projektverlauf gibt es auf der Projektplattform des Landkreises hier.

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