Die Unterschleißheimer Jahrmärkte, die traditionell im Frühjahr und Herbst stattfinden, legen 2026 einmalig „eine Veranstaltungspause“ ein, teilt die Stadt mit. Für Planung, Vorbereitung und Durchführung der Märkte stünde aktuell nicht genügend Personal zur Verfügung. „Die Pause soll aber für die Überarbeitung der Konzepte und eine hochwertige Neuausrichtung genutzt werden“, verspricht die Stadt.
Die Absage ist Teil eines Maßnahmenbündels, mit dem die Stadt Unterschleißheim „in vielen Bereichen an der Kostenschraube dreht, um den Stadtsäckel zu schonen“. Die Absage der Jahrmärkte reduziert die Ausgaben um 10.000 Euro.
Einen willkürlichen Kahlschlag bei den Angebote im Stadtleben wollte man bei der Sitzung im Hauptausschuss am 25. Februar jedoch vermeiden. Dennoch wurden auch bei Volksfest und Christkindlmarkt Änderungen beschlossen. Mit denen ist aus Sicht der Stadt aber der „Spagat zwischen Sparsamkeit und beliebten Angeboten“ gelungen.
Wo beim Volksfest nicht gespart wird
Das 73. Lohhofer Volksfest findet 2026 vom 22. bis 31. Mai statt. Zahlreiche Fahrgeschäfte und „eine große Anzahl an Händlern und Buden“ haben bereits zugesagt. Die Beach-Bar ist wieder vor Ort und die Party-Alm geht unter neuer Führung an den Start. Zudem habe die Stadt mit den Betreibern des Festzelts vereinbart, dass die Preise stabil bleiben.
Bieranstich mit Eröffnung am 22. Mai, Umzug am Pfingstsamstag sowie Zeltgottesdienst am Pfingstmontag gehören 2026 ebenso zum Programm wie der Kinder- und Seniorennachmittag am Volksfestdienstag. Auch das Musikfeuerwerk am Donnerstag findet statt. Dafür fanden sich laut Stadt „tatkräftige heimischer Sponsoren für den musikalischen Teil des Feuerwerks“. Sie tragen die ursprünglich zur Streichung vorgesehenen Kosten in Höhe von 4.000 Euro für die musikalische Untermalung.
Wo beim Volksfest gespart wird
Den 2017 eingeführten „EhrenamtSpass“ gibt es auch 2026. Er ermöglicht auch 2026 den stark vergünstigten Erwerb (zum halben Preis) von Wertmarken. Das ist eine gute Nachricht für alle Ehrenamtlichen in Unterschleißheimer Vereinen, stand doch die Abschaffung dieser Vergünstigung im Raum. Allerdings wurde der Maximalbetrag, zu dem Wertmarken vergünstigt erworben werden können, von 50 auf 30 Euro reduziert.
Für den Seniorennachmittag sind nun noch Bürgerinnen und Bürger mit 66 Jahren aufwärts eingeladen. Und die Stadträte haben ihr Kontingent an Marken im Vergleich zu den Vorjahren ebenfalls reduziert. Insgesamt spart sich die Stadt durch die reduzierte Ausgabe oder Limitierung von Wertmarken 20.000 Euro.
Gespart werden soll auch bei der Werbung: Die war in den Vorjahren überregional ausgerichtet. Darauf wird 2026 verzichtet. Das spart 14.000 Euro ein. Dass zum Beispiel das Budget für die Radiowerbung halbiert wird, dürfte Unterschleißheimerinnen und Unterschleißheimern aber egal sein. Ob die Schausteller und Festwirte es spüren, dass weniger Besucher von außerhalb kommen, wird sich erst nach dem Volksfest sagen lassen.
Gestrichen wurde der Pavillon zur Aufbewahrung gefährlicher und sperriger Gegenstände. Ihn wird es 2026 auf dem Festplatz nicht geben. Weitere Einsparungen sollen reduzierte Sicherheitsmaßnahmen bringen. Das klingt erst einmal beunruhigend. Es bedeutet aber lediglich, dass die zuletzt zusätzlich eingeführten Maßnahmen nicht mehr als erforderlich erachtet werden.
„Nachdem die Sicherheitsanforderungen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind, konnten sie für das bevorstehende Volksfest aber auf ein aktuell erforderliches Maß reduziert werden“, teilt die Stadt dazu mit. Dass sich darüber in sozialen Medien bereits Menschen aufgeregt haben, die sonst immer dafür sind, das alles wieder wie früher wird, mutet etwas seltsam an.
Die Überlegungen der Stadt zum Umfang der Sicherheistmaßnahmen werden in einem Schreiben an die Polizeiinspektion 48 ausführlich dargestellt. Aufgrund der Erfahrungen in den Vorjahren wird demnach vor allem tagsüber die Anzahl des Sicherheitspersonals und der Frequenz der Streifen über das Gelände reduziert und auf die aufwändige Zutrittskontrolle verzichtet.
Wo beim Christkindlmarkt gespart wird
Der Christkindlmarkt wird auch 2026 auf dem Rathausplatz stattfinden. Allerdings werden die die Standgebühren um 20 Prozent angehoben. Das klingt viel, bringt voraussichtlich aber lediglich 1.500 Euro zusätzlich ein. Die Stadtverwaltung begründet den Schritt auch damit damit, die Standgebühren im Vergleich niedrig seien und bereits 2025 Standheizungen in allen Hütten nachgerüstet wurden, ohne dafür die Standgebühren zu erhöhen.
Nach Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden wird der externe Sicherheitsdienst in diesem Jahr nicht mehr beauftragt. „Objektiv sind dem Sicherheitsdienst und der Verwaltung keine relevanten Sicherheitsstörungen bekannt“, begründet die Stadt das mit Erfahrungen aus den Vorjahren.
Bisherige Aufgaben des Sicherheitsdienstes werden 2026 zum größten Teil durch die städtische Veranstaltungsleitung und deren Helfer übernommen. Die Arbeitszeit der Veranstaltungsleitung und des Helfers erhöhen sich dadurch leicht, es werden aber 7.000 Euro gespart.
Auch beim Christkindlmarkt wird an der Werbung gespart (12.800 statt bisher 17.800 Euro). Außerdem sollen weniger kostspielige externe Künstler auftreten und beim städtischen Bühnenprogramm dem Ehrenamt mehr Raum gegeben werden.
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