Dem neuen Kreistag des Landkreises München gehören nach den Kommunalwahlen im März neben dem im zweiten Wahlgang widergewählten Landrat Christoph Göbel 70 Vertreterinnen und Vertreter aus zehn Parteien an. In dessen erster Sitzung am 11. Mai wurden 19 neu in den Kreistag gewählte Mitglieder vereidigt. Außerdem wurden für den Landrat eine erste Stellvertreterin und vier statt wie bisher drei Stellvertretungen gewählt.
Zur ersten Stellvertreterin des Landrats wurde Nicola Gerhardt (CSU) aus Garching im ersten Wahlgang mit 48 gültigen Stimmen gewählt. Die weiteren Stellvertreterinnen und Stellvertreter, die bei Abwesenheit oder Terminüberschneidungen für den Landrat einspringen, sind Stefan Schelle (CSU, Bürgermeister in Oberhaching), Susanna Tausendfreund (Bündnis 90/Die Grünen), die Ismaningerin Annette Ganssmüller-Maluche (SPD) sowie Barbara Bogner (Unabhängige Bürgergemeinschaft München-Land).
Größere Ausschüsse gebildet
Außerdem gab es im Vergleich zum vorangegangenen Kreistag eine wesentliche Änderung der Geschäftsordnung. Mit Ausnahme des Jugendhilfeausschusses und des Rechnungsprüfungsausschusses besteht nun jedes dieser Gremien aus 15 Mitgliedern. Neben dem Landrat sind das jeweils 14 Kreistagsmitglieder. Bislang hatte nur der Kreisausschuss diese Größe.

Der Jugendhilfeausschuss ist mit insgesamt 31 Personen besetzt. Er besteht aus 20 beschließenden Mitgliedern aus den Reihen des Kreistags und von Trägern der freien Jugendhilfe. Hinzu kommen elf beratende Mitglieder, unter anderem aus Verwaltung, Polizei und Kirchen.
Der Rechnungsprüfungsausschuss besteht aus insgesamt sieben Mitgliedern aus den Reihen des Kreistags. Er ist der einzige Ausschuss, dem der Landrat nicht vorsitzt und dem er auch nicht angehört. Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschuss ist wie in der vergangenen Wahlperiode die Unterschleißheimerin Brigitte Weinzierl (CSU).
Die Grünen scheitern mit ihrem Vorschlag
Nicht ganz zufrieden mit dem Wahlausgang ist die Fraktion der Grünen. Sie hatten Marion Seitz für die Position der ersten Stellvertretung des Landrats vorgeschlagen. „Als erfahrene dritte Bürgermeisterin hat sie in den letzten Jahren durch den krankheitsbedingten Ausfall des ersten Bürgermeisters die Amtsgeschäfte in Aschheim mitgeführt. Inzwischen ist sie zweite Bürgermeisterin der Gemeinde“, begründet die Partei ihren Vorschlag.
Zudem verwies die Fraktion darauf, dass Seitz in der Landrats-Stichwahl 36,8 Prozent der Stimmen bekommen hat. Dass zeige das hohe Vertrauen, dass Seitz bei Wählerinnen und Wählern genieße. Nach einem fairen und sachlich geführten Wahlkampf hätte daher durchaus eine Zusammenarbeit möglich sein sollen. Dazu kam es aber nicht.
Schelte für die demokratischen Fraktionen
„Wir bedauern die fehlende Unterstützung der anderen demokratischen Fraktionen für eine schwarz-grüne Spitze im Landratsamt“ teilt die Kreistagsfraktion der Grünen nach der Wahl mit. „Marion Seitz hätte die nötige Fachkompetenz und das entsprechende Auftreten gegenüber den Bürger:innen mitgebracht und den Landkreis als gewählte stellvertretende Landrätin gut vertreten.“
Gleichwohl freue man sich über die Wahl von Susanna Tausendfreund. „Mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung in der Kreispolitik sowie als ehemalige Bürgermeisterin der Gemeinde Pullach wird sie die Arbeit des Landrats tatkräftig unterstützen und den Landkreis umsichtig repräsentieren“, heißt es in der Mitteilung.