Experten und Jugend diskutieren gemeinsam

Warum Jugendliche zu Zigarette oder Vape greifen

Diskussionsrunde an einem Tisch vor CSU-Aufsteller
Unter Leitung von Maximilian Böltl (MdL) diskutierten Bernhard Seidenath (Md und gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion), Dr. Klaus Straßburg (Hausarzt), Beatrix Benz (Aktion Jugendschutz), Richard Schlegelmann (Rektor der Mittelschule Unterschleißheim) und Emilio Emiliano, Vorsitzender des Jugendparlaments Unterschleißheim). (Foto: CSU Ortsverband Unterschleißheim)

Gruppendruck, Neugier, Stress, Vorbilder. Die Gründe, warum junge Menschen zu Nikotin greifen, sind vielfältig. Genau deshalb greift Prävention zu kurz, wenn sie sich nur auf Verbote und Warnhinweise beschränkt. Beim Bayerischen Präventionstag in Unterschleißheim ging es darum, was Jugendliche tatsächlich beeinflusst und wie Aufklärung früher und glaubwürdiger ansetzen kann.

Die CSU Unterschleißheim hatte am 12. Oktober zu einem Lunchtalk in die Verwaltungszentrale der Orterer Gruppe eingeladen. Initiiert wurde die Veranstaltung von Maximilian Böltl, MdL, der auch durch die Gesprächsrunde führte.

Den gesundheitspolitischen Auftakt gab Bernhard Seidenath, MdL, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion. Danach wurde schnell deutlich, dass wirksame Prävention verschiedene Blickwinkel braucht. Mit dem Hausarzt Dr. Klaus Straßburg, Beatrix Benz von der Aktion Jugendschutz, Richard Schlegelmann, Rektor der Mittelschule Unterschleißheim, und Emilio Emiliano, Vorsitzender des Jugendparlaments, waren Medizin, Jugendschutz, Schule und Jugend auf dem Podium vertreten.

Viele Gründe spielen zusammen

Im Gespräch wurde immer wieder deutlich, dass der erste Griff zur Zigarette oder zum Vape selten nur einen einzigen Grund hat. Gruppendruck, der Wunsch dazuzugehören, Neugier oder der Umgang mit Stress können ebenso eine Rolle spielen wie das Umfeld, in dem junge Menschen aufwachsen.

Damit rückte auch die Frage in den Mittelpunkt, wer Jugendliche eigentlich prägt. Neben Eltern, Schule und Freundeskreis spielen heute auch soziale Medien, Musiker, Influencer und andere öffentliche Vorbilder eine Rolle. Wenn Nikotinkonsum dort beiläufig oder als Teil eines bestimmten Lifestyles dargestellt wird, kann das beeinflussen, was Jugendliche als normal oder erstrebenswert wahrnehmen.

Gleichzeitig war klar: Die Verantwortung darf nicht auf einzelne Vorbilder oder Plattformen abgeschoben werden. Prävention funktioniert nur dann, wenn verschiedene Bereiche zusammenspielen: Familie, Schule, Jugendschutz, Medizin, Politik und die Jugendlichen selbst.

Der erhobene Zeigefinger funktioniert nicht

Für den CSU-Ortsvorsitzenden Stefan Krimmer liegt genau darin der Schlüssel: „Wir erreichen junge Menschen nicht, wenn wir nur über sie sprechen. Wir müssen ihnen zuhören, ihre Lebenswirklichkeit ernst nehmen und diejenigen zusammenbringen, die sie im Alltag begleiten.“

Auch Bernhard Schweissgut, stellvertretender CSU-Ortsvorsitzender, betonte den direkten Austausch: „Prävention funktioniert nicht mit erhobenem Zeigefinger. Sie muss verständlich, glaubwürdig und nah am Alltag junger Menschen sein. Dazu gehört auch, offen darüber zu sprechen, was sie beeinflusst.“

Gerade die Zusammensetzung des Podiums machte den Lunchtalk interessant. Während Schule und Jugendschutz andere Erfahrungen einbringen als die Medizin, konnte das Jugendparlament die Sicht junger Menschen selbst vertreten. So wurde nicht nur darüber gesprochen, was Prävention leisten soll, sondern auch darüber, wie sie überhaupt ankommen kann.

Wenn ich Minister wäre …

Zum Abschluss wurde die Diskussion noch einmal bewusst zugespitzt. In der Runde „Eine Minute für die Prävention“ sollten die Podiumsgäste beantworten, was sie als Erstes für die Prävention tun würden, wenn sie plötzlich Minister wären. Jeder hatte nur eine Minute Zeit, seine wichtigste Idee auf den Punkt zu bringen.

Auch die Gäste konnten Fragen stellen und einzelne Punkte vertiefen. Anschließend wurde der Austausch bei einem gemeinsamen Imbiss und persönlichen Gesprächen fortgesetzt.

Nicht lauter warnen, sondern früher zuhören

Der Präventionstag zeigte vor allem eines: Es gibt nicht den einen Hebel. Jugendliche werden durch ihr Umfeld, ihre Freunde, Familie, Schule, Medien und persönliche Erfahrungen geprägt. Gute Prävention muss deshalb genauso vielfältig sein, frühzeitig, verständlich und im direkten Gespräch.

Am Ende blieb damit eine einfache Erkenntnis: Wer verhindern will, dass aus Ausprobieren Gewohnheit wird, muss nicht lauter warnen, sondern früher zuhören.

Text: Mario Krüger, CSU Unterschleißheim / bearbeitet durch Ushel.news

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