Die Stadtwerke München (SWM) haben am 14. Juli eine Wassersparanordnung für die gesamte Wasserversorgung durch die SWM Versorgungs GmbH erlassen. Die Maßnahme wurde viel diskutiert – ob sie wirklich eine Folge des Klimawandels oder verfehlter Stadtpolitik ist etwa. Unabhängig davon gilt sie auch für die mitversorgten Gemeinden im Landkreis. Als eine davon wurde in einer Mitteilung des Landkreises München [fälschlicherweise] auch Oberschleißheim genannt.
Update 18.7. 12 Uhr 40: In der Mitteilung des Landkreises München wurde auch Oberschleißheim als von der Wassersparanordnung betroffene Gemeinde erwähnt. Inzwischen hat Bürgermeister Markus Böck in einer MItteilung betont, dass die Gemeinde vom Zweckverband zur Wasserförderung Ober-Unterschleißheim mit Trinkwasser versorgt wird. Außerdem hat er folgende Einschätzung des Zweckverbandes weitergegeben, wonach zwar der Tagesbedarf um bis zu 20 Prozent gestiegen ist, aber ein ausreichender Tagesvorrat im Wasserwerk gespeichert sei und es daher „bisher keine Einschränkungen für Verbraucher“ gebe.
Die Stadt Unterschleißheim hat ihre eigenen Stadtwerke und ihre eigene Wasserversorgung. Auf Anfrage von Ushel.news teilt Werkleiter Dr. Reinhard Reiter mit: „Eine Wassersparanordnung ist für Unterschleißheim nicht geplant.“ Er empfiehlt aber „mit dem kostbaren Gut Trinkwasser sorgsam und sparsam umzugehen.“ Es sei zudem geplant, in der kommenden Woche Empfehlungen zum Wassersparen auf den Webseiten der Stadt und der Stadtwerke zu veröffentlichen.

Diese Empfehlungen würden wahrscheinlich etwas umfassender ausfallen, als die bereits 2023 einmal von der Stadt gegebenen Empfehlungen. Denkbar ist etwa, dass sich die neuen Empfehlungen an denen des Bund Naturschutz Bayern e.V. zu Tipps zum Wasser sparen im Haushalt orientieren.
Woher das Wasser für Unterschleißheim kommt
Eine Anordnung zum Wassersparen ist aufgrund der Eigenart der Versorgung in Unterschleißheim derzeit nicht notwendig. Laut Reiter stammen hier circa 2/3 des geförderten Wassers aus dem oberen Grundwasserstockwerk. Dessen Stand an der Messtelle Unterschleißheim (beim Rathaus) lässt sich im Internet öffentlich einsehen. Der Rückgang während der zurückliegenden heißen Wochen lässt sich dort deutlich ablesen.
Allerdings ist laut Reiter der „derzeit sehr niedrige Grundwasserstand ist für die Wassergewinnung nicht relevant, da der Grundwasserleiter sehr mächtig ist.“ Je nach Grundwasserstand betrage die grundwasserfüllte Mächtigkeit ca. 20 Meter; die Unterkante des oberen Grundwasserstockwerks liege bei circa 25 m unter Geländeoberkante. „So tief reichen auch die sogenannten Flachbrunnen im Berglwald“, berichte Reiter. „Wir fördern das Grundwasser also aus großer Tiefe; sinkt der Grundwasserpegel auf die derzeit sehr niedrigen Werte ab, führt dies zu keiner Einschränkung der Fördermengen.“
Das restliche Drittel des in Unterschleißheim geförderten Wasser stammt aus dem sogenannten unteren Grundwasserstockwerk. Für den unterhält der Gewässerkundliche Dienst Bayern unter anderem eine Messtelle in Haimhausen und eine Messstelle in Hochmutting. Auch bei den beiden zeigen die öffentlich einsehbaren Diagramme zuletzt eine deutliche Abnahme.
Aber auch hier gibt Reiter Entwarnung: „Dieser Grundwasserleiter ist noch viel mächtiger. Unsere sogenannten Tiefbrunnen erreichen unterschiedliche Tiefen. Der tiefste Brunnen reicht bis 140 m unter Geländeoberkannte. Grundsätzlich unterliegen die Grundwasserstände dieses Stockwerks keinen so großen Schwankungen wie im oberen Grundwasserstockwerk.“
Grundwasserstände im grünen Bereich
Die seit dem Winter/Frühjahr andauernde Trockenheit wirkt sich laut Reiter auf das untere Grundwasserstockwerk kaum aus. Die Stadtwerke Unterschleißheim haben im Bereich des Wasserwerks im Berglwald eigene Messstellen. Dort lägen die Grundwasserstände im unteren Grundwasserstockwerk sogar höher als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahrs.
Trotz der beruhigenden Informationen, bittet Reiter abschließend noch einmal ausdrücklich darum die natürliche Ressource Grundwasser zu schonen, indem man sorgsam und sparsam mit dem daraus gewonnenen Trinkwasser umgehe.
Auch interessant