Claude Monets Bild „Sonnenaufgang“ kennt man (nicht zuletzt durch den 2025 erschienen Film „Die Farben der Zeit“), sein Seerosen-Bild ist bei Kunstdruck-Versandhäusern ein Dauerbrenner und das „Mohnfeld in Argenteuil“ ist ein Klassiker. „Die Aufgabe des Künstlers besteht darin, das darzustellen, was sich zwischen dem Objekt und dem Künstler befindet, nämlich die Schönheit der Atmosphäre“, stellte Monet fest und prägte damit eine ganze Epoche – nicht nur französischer Künstler.
Eine Ausstellung in der Gemäldegalerie Dachau zeigt derzeit, wie sich Künstlerinnen und Künstler aus Slowenien von dem Kunst-Trend beeinflussen ließen und wie sie ihn interpretierten. Das Thema der Ausstellung erscheint zunächst seltsam – bis man dann beim Besuch erfährt, dass es enge Verbindungen bedeutender Künstlerinnen und Künstler aus Slowenien zur Künstlerkolonie Dachau gab.
Der Kontakt kam über München zustande. Rihard Jakopič, Matija Jama, Ivan Grohar und Matej Sternen kamen dort mit wichtigen Künstlern der Landschaftsmalerei und der Dachauer Künstlerkolonie in Kontakt – etwa Adolf Hölzel, Arthur Langhammer, Ludwig Dill und Leo Putz. Sternen lebte 1899 mindestens ein paar Monate in München und kam dabei auch nach Dachau, Jama lebte du arbeitete 1903 mehrere Monate in Haimhausen und malte mehrere Bilder an der Amper – um nur ein paar Verbindungen zwischen Dachau und Slowenien zu nennen.
Drei Facetten der Slowenische Moderne
Zu Beginn der Ausstellung umreißt eine Erklärtafel die Ausstellung. „Drei Kapitel repräsentieren die Slowenische Moderne in ihren unterschiedliche Facetten: vom Realismus Anton Ažbes und Ivana Kobilcas über die leuchtenden Landschaften der slowenischen Impressionisten Rihard Jakopič, Matija Jama, Ivan Grohar und Matej Sternen bis hin zu den eindringlichen Bildern Zoran Mušičs, die von den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts geprägt sind.“
Zur (erneuten) Entdeckung der ständigen Ausstellung in der Gemäldegalerie Dachau lädt ein, dass dort ausgestellte Bilder, die in Bezug zu den in der Sonderausstellung gezeigten stehen, dort noch einmal mit kleinen Tafeln extra markiert sind, die mit zusätzlichen Informationen aufwarten.
Nach dem Besuch hat man also nicht nur einige schöne und interessante Bilder gesehen, sondern ist auch bestens informiert, warum es eigentlich selbstverständlich ist, dass es gerade in Dachau eine hochkarätige Sonderausstellung zur slowenischen Moderne gibt.
Oder wie die Galerie es formuliert: „Die Ausstellung zeigt erstmals in Deutschland hochkarätige Werke der Slowenischen Moderne – von impressionistischen Landschaften über eindringliche Porträts bis hin zu Gemälden, die persönliche wie gesellschaftliche Umbrüche sichtbar machen.“ Dass die Nationalgalerie Sloweniens und das Slowenischen Kulturzentrum SKICA Berlin die Ausstellung unterstützen, zeugt ebenfalls von deren Bedeutung und dem Rang der gezeigten Bilder.
Praktische Besucherinfos
Wo?
Gemäldegalerie Dachau
Konrad-Adenauer-Str. 3, 85221 Dachau
Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 11 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag 13 bis 17 Uhr
Faschingsdienstag, Karfreitag und Karsamstag geschlossen
Eintritt
Erwachsene 7 Euro
Kinder zwischen 6 und 18 Jahren sowie ermäßigt 5 Euro (Auszubildende, Schwerbehinderte, Schülerinnen und Schüler, Studierende und Bufdis)
Kinder unter 6 Jahren sind frei
Familienkarte 12 Euro (2 Erwachsene und max. 3 Kinder)
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