Vogelzählung für alle am 9. und 11. Januar

Mitmach-Aktion „Stunde der Wintervögel“

Stunde der Wintervögel 2026 (Grafik: NABU)

Mit der Aktion „Stunde der Wintervögel“ ruft der NABU bundesweit zur Vogelzählung in Gärten, Parks und anderen Siedlungsbereichen auf. In Bayern begleitet die Aktion als Partner der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. (LBV). Ziel ist es, ein „Lagebild“ zu weit verbreiteten Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen zu erhalten.

Dazu sollen von 9. bis 11. Januar möglichst viele Menschen jeweils eine Stunde lang die häufigsten Wintervögel rund um Haus und Balkon beobachten und melden. Ziel der Aktion ist es nicht, exakte Bestandszahlen zu erheben, sondern Häufigkeiten und langfristige Trends der in Städten und Dörfern verbreioteten Vogelarten zu erkennen. Gemeldet werden die Beobachtungen über ein Online-Formular.

Damit auch Laien mitmachen und die Vogelarten zuverlässig und korrekt erkennen können, geben die Organisatoren Tipps zum richtigen Zählen (auch in einem Video bei YouTube). Außerdem bietet der NABU die App „Vogelwelt“ an (erhältlich für Android und iOS). Die kostenlose, voll funktionsfähige Basisversion der App enthält Bilder und Bestimmungshilfen. Zugekauft werden können Funktionen zur Erkennung mittels Vogelstimmen.

Was mit den Zählergebnissen passiert

Die in der „Stunde der Wintervögel“ gesammelten Daten werden ausgewertet und liefern wichtige Grundlagen für den Vogelschutz. Besonderes Augenmerk gilt Wintergästen aus kälteren Regionen sowie Veränderungen im Zugverhalten, da immer mehr Vogelarten den (milder werdenden) Winter in Deutschland verbringen.

Die Ergebnisse fließen anschließend in eine interaktive, bundesweite Karte ein. Die Beschränkung auf den Siedlungsbereich soll helfen, die häufigeren Vögel rund um Haus und Garten zu erfassen. Denn über deren Bestände weiß man zum Teil weniger genau Bescheid als über den Bestand bedrohter Arten in der freien Natur.

Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ 2025

2025 haben an der „Stunde der Wintervögel“ deutschlandweit mehr als 122.000 Menschen teilgenommen, davon 26.695 in Bayern. Dabei wurden bayernweit in 19.206 Gärten insgesamt 600.414 Vögel beobachtet – durchschnittlich 31,3 Vögel pro Garten und 8,17 Vogelarten pro Garten. Im Landkreis München hatten 842 Personen teilgenommen und im Januar 2025 in 647 Gärten insgesamt 16.304 Vögel beobachtet. Die Werte für die Vögel pro Garten (25,2) und den Arten pro Garten (7,59) liegen hier also etwas unter dem Bayern-Durchschnitt.

Die „Top Five“ der Wintervögel 2025 waren wie im Vorjahr, Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Feldsperling. Allerdings wurden deutlich weniger Amseln gesichtet. Auch bei Haussperling und Feldsperling lagen die Zahlen deutlich unter denen des Vorjahres.

Die Vogelschützer führten das bei der Amsel darauf zurück, dass in den Monaten zuvor viele mit dem Usutu-Virus infizierte, tote Amseln gemeldet worden waren. Die Bestände von Feldsperling und Haussperling hatten wie bereits in den Vorjahren leicht abgenommen. Der Haussperling kämpfe zunehmend mit den Konsequenzen städtebaulicher Maßnahmen. Er sei als Gebäudebrüter auf Nischen und Spalten an Häusern angewiesen, die bei Sanierungen oft geschlossen werden.

Dass weniger Kohl- und Blaumeisen gemeldet wurden, führen die Experten dagegen auf die milden Temperaturen zurück. Bei ausreichend Nahrung und wenig Kälte blieben diese Vogelarten Gärten und Futterstellen öfter fern. Positives gab es von Kernbeißer und Bergfinken zu berichten: Sie tauchten 2025 doppelt beziehungsweise dreimal so häufig auf, wie im Jahr 2024.

Vogelzählung als langfristiges Engagement

Wer Zeit und Gelegenheit hat, im Laufe der vier Tage mehrfach zu zählen, kann das gerne tun. „Wichtig ist, dass es sich um verschiedene Orte handelt – zum Beispiel zuerst am eigenen Haus, dann im entfernt gelegenen Schrebergarten – und dass jede Beobachtungsstunde getrennt gemeldet wird“, teilt der NABU mit.

Und wer durch die „Stunde der Wintervögel“ auf den Geschmack gekommen ist und sich intensiver bei Vogelkartierung und Vogelschutz engagieren möchte, kann dies im Rahmen des „Wintervogelatlas für Bayern“ tun. Ziel dieses zusammen mit der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern e.V. (OG) gestarteten Mitmachprojekts ist es, mehr über heimische Vögel im Winter zu erfahren. Dazu lassen sich Kartenausschnitte reservieren, in denen man dann für die Vogelzählung zuständig ist. Der Norden des Landkreises München sowie die Landkreise Freising und Dachau sind da aber schon gut abgedeckt.

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