Wenn junge Menschen Verantwortung übernehmen, sich für Demokratie einsetzen, soziale Projekte organisieren, Umwelt schützen oder kulturelle Traditionen bewahren, dann verdient das öffentliche Aufmerksamkeit. Genau diese Bühne bot der Lions Club Schleißheim bei seiner Veranstaltung „Jugend engagiert sich“ am 13. Juli im Festsaal des Bürgerhauses Unterschleißheim.
Vor zahlreichen Gästen wurden zwölf Projekte aus Unterschleißheim, Oberschleißheim und Haimhausen ausgezeichnet. Im Mittelpunkt stand dabei nicht der Wettbewerb untereinander, sondern die Anerkennung außergewöhnlichen Engagements. Dank der Unterstützung der Raiffeisenbank erhielt jedes Projekt zudem eine finanzielle Förderung von bis zu 500 Euro, um seine Arbeit fortsetzen zu können.
Zwölf Beispiele, wie junge Menschen Verantwortung übernehmen
Die Bandbreite der ausgezeichneten Initiativen machte deutlich, wie vielfältig gesellschaftliches Engagement bereits im Kindes- und Jugendalter sein kann.
Das Jugendparlament Unterschleißheim, das seit mittlerweile 25 Jahren besteht, zeigte eindrucksvoll, wie junge Menschen kommunalpolitische Verantwortung übernehmen und ihre Interessen aktiv in die Stadtpolitik einbringen. Jugendliche zwischen 12 und 21 Jahren gestalten dort das Leben in ihrer Stadt mit und engagieren sich weit über die Stadtgrenzen hinaus.
An der Montessorischule Clara Grunwald entwickelten Klassensprecher:innen eine Hilfsaktion für das Münchner Waisenhaus. Mit selbst organisiertem Pausenverkauf sammelten sie Spenden und machten zugleich ihre Mitschülerinnen und Mitschüler auf die Lebenssituation von Kindern ohne Eltern aufmerksam.
Dass Werte nicht nur im Unterricht vermittelt werden, sondern gelebt werden müssen, zeigte der Arbeitskreis Werte des Carl-Orff-Gymnasiums. Die Jugendlichen beschäftigen sich mit Fragen nach Freundschaft, Respekt, Verantwortung und gesellschaftlichem Zusammenhalt und geben diese Gedanken an jüngere Schülerinnen und Schüler weiter.
Umweltschutz begann beim Projekt des Edith-Stein-Horts ganz praktisch vor der eigenen Haustür. Gemeinsam sammelten die Kinder Müll rund um ihre Schule und setzten damit ein sichtbares Zeichen gegen Umweltverschmutzung und Mikroplastik.
Ein ungewöhnliches Wohnprojekt stellte die Kirchen-WG der evangelischen Jugend St. Genezareth vor. Jugendliche organisieren dort ihr Zusammenleben eigenverantwortlich, übernehmen Verantwortung füreinander und erleben Gemeinschaft im Alltag – vom gemeinsamen Kochen bis zum Putzplan.
Auch die Kinderfeuerwehr Oberschleißheim bewies, dass gesellschaftliches Engagement schon im Grundschulalter beginnen kann. Spielerisch lernen die „Löschdrachen“ Hilfsbereitschaft, Teamarbeit und Verantwortungsbewusstsein – wichtige Grundlagen für die Retterinnen und Retter von morgen.
Demokratie, Vielfalt und Kultur als gemeinsame Werte
Besonders eindrucksvoll war die Vielfalt der gesellschaftlichen Themen, die von den Jugendlichen aufgegriffen wurden.
Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Unterschleißheim, deren Schulgemeinschaft Menschen aus 32 Nationen umfasst, setzten mit einer Plakataktion ein deutliches Zeichen für Toleranz, Vielfalt und ein friedliches Miteinander. Sie bezogen bewusst Stellung gegen Ausgrenzung und machten deutlich, dass Herkunft oder Religion kein Hindernis für Zusammenhalt sein dürfen.
Politische Bildung stand wiederum beim Arbeitskreis Politik des Carl-Orff-Gymnasiums im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem JugendKulturHaus Gleis 1 entwickelten die Jugendlichen eine U18-Wahl, informierten über Parteien und Wahlprogramme und ermöglichten Gleichaltrigen, demokratische Prozesse kennenzulernen und eigene politische Entscheidungen zu treffen.
Musik als verbindende Sprache präsentierte die Kunstgruppe der Therese-Giehse-Realschule mit ihrem farbenfroh gestalteten Street Piano, das während des ZAMMA-Festivals im Lohwald zum spontanen Musizieren einlud. Besucher:innen unterschiedlichsten Alters kamen dort miteinander ins Gespräch – allein durch die Kraft der Musik.
Auch die Kinder- und Jugendchöre von St. Ulrich zeigten, wie gemeinsames Singen Brücken zwischen Menschen schlagen kann. Zahlreiche Auftritte und Musicalproduktionen fördern nicht nur musikalische Fähigkeiten, sondern vor allem Gemeinschaft und gegenseitigen Respekt.
Mit großem Engagement setzten sich Schülerinnen und Schüler der Grundschule Haimhausen für den Erhalt des Hallenbads in Oberschleißheim ein. Mit selbst gemalten Bildern und persönlichen Botschaften machten sie öffentlich auf die Bedeutung des Schwimmbads aufmerksam und bewiesen, dass auch Kinder ihre Anliegen überzeugend vertreten können.
Den Abschluss bildete die Kindertanzgruppe der Siebenbürger Sachsen. Mit traditionellen Tänzen, Trachten und Brauchtumspflege vermittelt sie jungen Menschen kulturelle Wurzeln und zeigt gleichzeitig, wie Tradition Gemeinschaft stiften und Generationen miteinander verbinden kann.
Eine Investition in die Zukunft der Gesellschaft
Die Gala machte deutlich, dass ehrenamtliches Engagement keineswegs erst im Erwachsenenalter beginnt. Die ausgezeichneten Projekte zeigen deutlich, wie selbstverständlich viele Kinder und Jugendliche Verantwortung übernehmen – für andere Menschen, für ihre Umwelt, für Demokratie und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Gerade in einer Zeit, in der häufig über Politikverdrossenheit oder mangelndes gesellschaftliches Engagement diskutiert wird, setzte die Veranstaltung ein starkes Gegenzeichen. Die zwölf ausgezeichneten Initiativen beweisen, dass junge Menschen bereit sind, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten, wenn man ihnen Vertrauen schenkt und ihre Ideen ernst nimmt.
Mit „Jugend engagiert sich“ schafft der Lions Club Schleißheim genau dafür eine wichtige Plattform. Die öffentliche Anerkennung motiviert nicht nur die ausgezeichneten Projekte, sondern macht zugleich sichtbar, wie viel Engagement bereits heute in Schulen, Vereinen, Kirchengemeinden und Jugendorganisationen der Region geleistet wird – oft leise, aber mit großer Wirkung.













