Der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur des Kreistags des Landkreises München hat sich unlängst dafür ausgesprochen, gemeinsam mit der MVV GmbH die schrittweise Einführung autonomer Verkehrsangebote im Landkreis vorzubereiten. Beginnen soll der Prozess beim On-Demand-Service FLEX. Nach erfolgreicher Erprobung soll auch der Einsatz im Regionalbusverkehr untersucht werden.
FLEX wird derzeit im südlichen Teil des Landkreises München angeboten. Im Tagesverkehr zwischen 5 und 22 Uhr ergänzt FLEX den Busverkehr in Sauerlach, im südlichen Teil von Brunnthal und in Aying. Im Nachtverkehr zwischen 22 und 6 Uhr erstreckt sich das Gebiet über Ober- und Unterhaching sowie Taufkirchen. An den Bahnhöfen Ostbahnhof und Neuperlach Süd besteht Anschluss an das Münchner Nachtnetz.
ÖPNV soll verlässlicher, flexibler und wirtschaftlicher werden
Hintergrund sind laut Pressemitteilung „steigende Mobilitätsbedarfe, der Fachkräftemangel im Fahrdienst, wachsende finanzielle Herausforderungen im öffentlichen Personennahverkehr sowie die Ziele der Mobilitäts- und Klimawende.“ Autonomes Fahren gelte dabei als eine zentrale Zukunftstechnologie. „Es kann helfen, den ÖPNV verlässlicher, flexibler und langfristig wirtschaftlicher aufzustellen – sowohl in dicht besiedelten Räumen als auch in weniger gut angebundenen Gebieten“, erklärt der Landkreis.
Bereits heute engagiert sich der Landkreis München in mehreren Projekten zum autonomen Fahren. Zentrales Vorhaben ist die Modellregion Region München im Rahmen der interkommunalen Allianz „Mobile Zukunft München & Region“ (MZM). Ziel dabei ist es, die Region München zu einer international führenden Modellregion für autonomes Fahren im straßengebundenen ÖPNV und Güterverkehr zu entwickeln. Bis 2035 sollen im MVV-Raum 500 autonome Busse und 2.000 Shuttles unterwegs sein. Langfristig sieht die Vision 5.000 autonome Busse und 20.000 Shuttles vor.
Start im Süden des Landkreises
Der On-Demand-Service FLEX wurde ausgewählt, weil kleinere autonome Fahrzeuge, wie sie im FLEX-Betrieb zum Einsatz kommen, voraussichtlich früher verfügbar sein werden, als große Linienbusse. Deshalb soll zunächst der flexible Bedarfsverkehr erprobt werden. Perspektivisch soll autonomes Fahren auch im Regionalbusverkehr möglich werden.
„Autonomes Fahren ist kein Selbstzweck. Es muss den Menschen dienen“, sagt Landrat Christoph Göbel. „Wenn es gelingt, damit den ÖPNV verlässlicher, flexibler und bezahlbarer zu machen, ist das eine grolle Chance für den Landkreis München. Gerade dort, wo klassische Angebote heute an wirtschaftliche oder personelle Grenzen stoßen, können neue Technologien helfen, Mobilität und Teilhabe zu sichern.“
Konkrete Einsatzgebiete, Fahrzeugzahlen und Kosten stehen derzeit noch nicht fest. Die MVV GmbH erarbeitet dazu eine Grundsatzuntersuchung für den gesamten Verbundraum. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Ende des ersten Quartals 2027 erwartet und sollen anschließend den Kreisgremien vorgestellt werden.