Am Valentinstag werden sich Verliebte in Bayern wieder zahllose Blumensträuße und Topfpflanzen schenken. Für die Natur ist das allerdings keine Liebeserklärung. Denn die Produktion und der Export von Schnittblumen und Topfpflanzen belasten die Umwelt stark, teilt der LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V.) mit.
„Holunder, Schlehe und Kornelkirsche sind blütenreiche Sträucher, mit denen man nicht nur seinem Herzblatt, sondern auch der Natur eine Freude machen kann. Statt kurzlebige Schnittblumen zu verschenken, ist es ein viel schöneres Zeichen der Zuneigung, zum Valentinstag gemeinsam einen Strauch in den Garten oder auf den Balkon zu pflanzen“ sagt Marie Radicke, LBV-Bildungsreferentin. Denn das sei „das perfekte Symbol für jahrelange Liebe“.
Problematische Schnittblumen
Ein Großteil der in Bayern angebotenen Schnittblumen stammt aus Übersee. In Ländern wie Kenia oder Kolumbien werden sie mit massivem Pestizideinsatz herangezogen und dann unter großem CO2-Ausstoß weltweit exportiert. Deshalb hatte 2025 bereits der BUND Naturschutz empfohlen, zumindest Blumen mit dem Fairtrade-Siegel oder einem Bio-Siegel zu verschenken.

Insbesondere Rosen, die in Deutschland im Winter angeboten werden, seien oft mit Pestiziden belastet und führen zu Problemen in den Herstellerländern. „Im Winter kommen die Rosen hauptsächlich mit dem Flugzeug aus Kenia. Dort werden sie mit enormem Wasserverbrauch gezüchtet – die Folgen für die Bevölkerung sind gravierend“, mahnte der BUND.
„Unter dem Fairtrade-Siegel verläuft die Blumenzucht nach besseren sozialen und ökologischen Standards. Die Beschäftigten werden fair entlohnt, auch Regeln zum Gesundheits- und Umweltschutz sind umfangreicher als bei Standard-Blumen“, erklärt Bund-Naturschutz-Expertin Rita Rott.
Ware aus Europa, wie zum Beispiel den Niederlanden, sei keineswegs nachhaltiger, weil für die Beheizung der Gewächshäuser viel Energie benötigt werde. Auch Topfpflanzen hätten oft keine gute Öko-Bilanz.
Topfpflanzen sind oft noch Torfpflanzen
„Primeln oder Hyazinthen im Töpfchen enthalten meist immer noch torfhaltige Erde. Um Torf für den Gartenbau zu gewinnen, werden großflächig Moore zerstört. Diese Ökosysteme sind nicht nur wichtiger Lebensraum für gefährdete Arten, sondern speichern sehr große Mengen an Kohlenstoff. Das macht sie unverzichtbar in Zeiten der Klimakrise“, erläutert Radicke.
Heimische Wildsträucher pflanzen
Heimische Wildsträucher können laut LBV bei frostfreiem Wetter den ganzen Winter über in die Erde gesetzt werden. „Für kleinere Gärten eignen sich zum Beispiel Gewöhnliche Felsenbirne, Kornelkirsche oder Wildrosen hervorragend. Ist im Garten etwas mehr Platz, gedeihen dort Weißdorn oder Salweide, die eine wichtige Nahrungsquelle für tierische Gartenbewohner sind“, sagt die LBV-Expertin.

Die Beeren des Weißdorns werden von über 30 verschiedenen Vogelarten gefressen und seine weißen Blüten versorgen viele Insekten mit Nektar. Die Salweide locke viele Schmetterlinge wie den kleinen Fuchs und das Tagpfauenauge an. Diese Falter wiederum seien die optimale Futterquelle für Fledermäuse. Heimische Sträucher bieten neben Nahrung auch Unterschlupf und Nistplätze für viele Tiere.
Auch der Mensch profitiert
Mit Wildsträuchern holten sich Verliebte zudem auch kulinarische Köstlichkeiten in den Garten. „Die Früchte vieler Sträucher sind nicht nur lecker, sondern auch besonders reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Aus ihnen lassen sich im Spätsommer und im Herbst Marmeladen, Sirup, Tee oder Liköre herstellen“, empfiehlt Radicke.