Besondere Gefahr für Hunde und Kinder

Blaualgen im Mallertshofer See

Schild der Stadt Oberschleißheim mit Warnung vor Blaualgen (Foto: Peter Marwan)
Die Hitze der vergangenen Wochen hat die Vermehrung von Blaualgen begünstigt. Jetzt sind die potenziell Gifte bildenden Bakterien auch im Mallertshofer See festgestellt worden. (Foto: Peter Marwan)

Nachdem der Landkreis München Anfang August bereits vor Blaualgen im Hachinger Bach und diese Woche vor Blaualgen im Heimstettener See gewarnt hat, sind jetzt auch im Mallertshofer See Blaualgen nachgewiesen worden. Wie die Stadt Unterschleißheim auf ihrer Facebook-Seite erklärt, wurden die Proben vom Gesundheitsamt München Land nach einem Hinweis aus der Bevölkerung am 14. August genommen.

Vom Baden im See wird dringend abgeraten. Jeglicher Kontakt mit dem Wasser sollte vermieden werden. Das gilt besonders für Kinder und die dort am See auch im Sommer erlaubten Hunde. „Der Mallertshofer See ist ein beliebter Hundesee, aber das Gift kann für Tiere tödlich sein! Lasst eure Hunde nicht ins Wasser oder daraus trinken“, bittet die Stadt.

Auf ihrer Webseite warnt sie zudem: „Blaualgen können bei Berührung und vor allem beim Verschlucken bei Menschen zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, geröteten Augen, Fieber und Atemnot führen. Im schlimmsten Fall kann es auch zu Lähmungen der Atemmuskulatur und zur Schädigung des Nervensystems kommen. Besonders bei Kindern können die Symptome heftiger ausfallen. Tiere sind ebenfalls gefährdet, wenn sie in den Algenteppichen baden und sich danach beispielsweise das Fell lecken.“

Cyanobakterien können hochgiftige Toxine bilden

Wie das Bayerische Landesamt für Umwelt erklärt, sind Blaualgen wissenschaftlich gesehen keine Algen, sondern gehören zu den Bakterien. Die korrekte Bezeichnung ist daher Cyanobakterien. Wie echte Algen können sie jedoch Photosynthese betreiben. Trotz ihres Namens „Blaulagen“ gibt es sie in verschiedenen Farbvarianten, neben blau und blaugrün, auch violett, grün, rot und braun.

Mallertshofer See mit Wiese im Vordergrund (Foto: Peter Marwan)
Besonders Kinder und Hunde sollte man derzeit am Mallertshofer See vom Wasser fernhalten. (Foto: Peter Marwan)

„Eine unangenehme Eigenschaft im Hinblick auf Gewässernutzungen ist die Fähigkeit einiger Cyanobakterienarten, hochgiftige Toxine bilden zu können“, erklärt das Landesamt weiter. Die zur Toxinbildung fähigen Arten bilden allerdings nicht immer Toxine. Das heißt laut Landesamt, dass das Vorkommen dieser Arten in einem Gewässer noch keine Aussage über den tatsächlichen Toxingehalt erlaubt.

Blaualgen seit 2019 in Bayern ein Problem

In Bayern ist 2019 erstmals ein massenhaftes Auftreten der Gattung Tychonema in Uferproben beschrieben worden. Sie kann das Anatoxin-A-bildend, das im Verdacht steht, für den Tod von Hunden verantwortlich zu sein. „Eine Methode zur Bekämpfung von Tychonema-Arten liegt derzeit nicht vor, die Toxine müssen sich durch Verdünnung durch Niederschläge und durch biologischen Abbau zersetzen“, erklärt das Landesamt.

„Blaualgen produzieren Gifte. Bei normaler Konzentration sind sie keine Gefahr für Mensch und Tier. Bei hohen Temperaturen vermehren sich die Blaualgen aber explosionsartig im Wasser“, erklärt der BUND für Umwelt und Naturschutz. Dem Verein zufolge kann man den Befall mit Blaulagen daran erkennen, wenn ein Gewässer:

  • grünlich oder bläulich-grün gefärbt wirkt
  • Schlierenbildung oder Algenteppiche zu sehen sind
  • eine wolkenartige Verteilung im Wasser zu sehen ist
  • tote Fische an der Wasseroberfläche treiben
  • man beim knietiefen Stehen im Wasser die Füße kaum noch sehen kann.

Beim Vorkommen dieser Symptome könne es sich zwar auch um harmlose Grünalgen handeln, eine spezifische Bestimmung sei aber nur im Labor möglich.

Wasserqualität von Badeseen checken

Deshalb ist es gerade bei unbekannten Gewässern hilfreich, sich zuvor auf der Karte des Umweltbundesamtes zu informieren. Dort sind alle offiziellen Badegewässer (zu denen der Mallertshofer See nicht zählt) verzeichnet. Dem Unterschleißheimer See, dem Echinger See sowie der Regattastrecke und dem Regattasee in Oberschleißheim wird dort eine ausgezeichnete Qualität bescheinig, dem Garchinger See eine „gute“ Qualität. Der Hollerner See ist nicht erfasst.

Die Badewasserqualität der Badeseen im Landkreis München ist auch auf einer Webseite des Landkreises dokumentiert.

Update am 21.8.2026, 15 Uhr 40: Bilder ausgetauscht und ergänzt, Hinweis auf die inzwischen verfügbare Warnung auf der Webseite der Stadt ergänzt.

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