Geothermie in Unterschleißheim

GTU verteidigt sich gegen Angriffe

Christoph Böck, Erster Bürgermeister der Stadt Unterschleißheim (Bild: Stadt Unterschleißheim)
„Alles in allem bin ich überzeugt: Unterschleißheim hat mit seiner Tiefengeothermie einen echten Goldschatz, den wir Schritt für Schritt weiter ausbauen, damit noch mehr Haushalte und Gewerbebetriebe davon profitieren können“, erklärt Christoph Böck in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Geothermie Unterschleißheim AG (Bild: Stadt Unterschleißheim)

Lange war sich der Stadtrat fraktionsübergreifend weitgehend einig: Geothermie ist toll und die Geothermie Unterschleißheim AG (GTU AG) ist ein Juwel der Stadt. Im Zuge der durch Vorgaben des Bundes erforderlich gewordenen kommunalen Wärmeplanung wurde zwar einerseits ein Ausbau beschlossen, trübte sich das für einige das Bild jedoch auch etwas.

Inbesbesondere von Martin Reichart, der für die Freie Bürgerschaft Unterschleißheim e.V. / Freie Wähler im Stadtrat sitzt, kam heftige Kritik. In der Lokalpresse sprach er davon, dass die GTU AG nicht mehr als ein „ökologisches Feigenblatt für Unterschleißheim“ sei. Die in der Stadt praktizierte Tiefen-Geothermie sei „zumindest fragwürdig“. Weil das geförderte Wasser von Anfang an nicht heiß genug gewesen sei, müsse es bis heute mittels eines Gasheizwerkes nacherwärmt werden. Dadurch verpuffe der Effekt für die Umwelt.

Das will das städtische Unternehmen so nicht stehen lassen. Es meldete sich mit einer Stellungnahme seines Aufsichtsratsvorsitzenden Christoph Böck zu Wort. Demnach habe sich die Geothermie in der Praxis bewährt und leiste einen messbaren Beitrag zu Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Preisstabilität. Den Anteil der erforderlichen Zuheizung stuft er als gering ein. Zudem geht er auf Pläne ein, wie die weiter reduziert werden soll.

Als Beitrag zur Diskussion veröffentlicht Ushel.news die Stellungnahme im Folgenden nahezu vollständig.

Die GTU-Stellungnahme im Wortlaut

Die GTU AG versorgt heute rund ein Drittel aller Haushalte sowie zahlreiche kommunale und gewerbliche Gebäude zuverlässig mit Fernwärme. Bei einer stadtweiten Abfrage sind vor einiger Zeit rund eintausend Meldungen zum Anschlussinteresse eingegangen. Deshalb werden bereits seit längerem, aktuell und auch in den kommenden Jahren weitere Straßenzüge mit geothermischer Fernwärme erschlossen.

Dass sich Geothermie in der Praxis bewährt, zeigen konkrete Entscheidungen: Hausbesitzer, Wohnungseigentümergemeinschaften und Investoren haben sich bewusst dafür entschieden, zum Beispiel im Quartier Mehrgenerationenwohnen in Lohhof Süd oder am Business Campus an der Landshuter Straße. Das ist ein messbarer Beitrag zu Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Preisstabilität.

Wegen der Thermalwassertemperatur von knapp 80 Grad Celsius muss in Unterschleißheim in den Wintermonaten noch mit Erdgas zugeheizt werden. Der überwiegende Wärmeanteil von rund 70 Prozent stammt jedoch aus erneuerbarer, treibhausgasfreier Geothermie. Und wir reduzieren die Zuheizung weiter: Mit der geplanten Inbetriebnahme der Großwärmepumpe zur Restwärmenutzung im Fernwärmenetz-Rücklauf ab Ende 2027 wird sich die Zuheizung signifikant verringern. Damit sind bis zu rund 3.000 Tonnen zusätzliche Treibhausgas-Einsparung pro Jahr möglich.

Seit Versorgungsstart im Jahr 2003 konnten bis heute weit über 160.000 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid bei der Unterschleißheimer Wärmeversorgung vermieden werden. Das ist ein Meilenstein für das Ziel der Stadt, bis 2045 treibhausgasneutral zu werden.

Gleichzeitig gilt: Nicht jedes Gebäude in Unterschleißheim kann an die Fernwärme angeschlossen werden. Das betrifft besonders weiter entfernte Ortsteile wie Riedmoos und Inhauser Moos. In Randlagen lässt sich Fernwärme nicht überall in einem wirtschaftlichen und noch vertretbaren Rahmen darstellen. Trotzdem wird die GTU AG bis 2045 nach Inbetriebnahme der Wärmepumpe und einer sich später anschließenden zweiten Förderbohrung den Versorgungswert von derzeit 47 auf rund 120 Megawatt ausbauen.

Wo Fernwärme nicht sinnvoll ist, kommt die oberflächennahe Geothermie ins Spiel: gebäudeeigene Wärmepumpen oder als Wärmeinseln geplante Lösungen. Genau hier hilft die kommunale Wärmeplanung. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben, enthält eine Bestandsanalyse und zeigt auf, in welchen Bereichen, in welcher Ausbaudichte und bis wann mit Fernwärme gerechnet werden kann und wo andere Lösungen wie Wärmepumpen sinnvoll sind. Wärmepumpen sind dabei keine Konkurrenz zur Tiefengeothermie, sondern notwendige oder im Einzelfall passende Alternativen. Die Entscheidung liegt am Ende bei den Eigentümern der Gebäude. Und ganz klar: Für die Geothermie-Fernwärme in Unterschleißheim gab es in der Vergangenheit, gibt es derzeit und wird es auch künftig keinen Anschlusszwang geben.

Auch wirtschaftlich ist die Tiefengeothermie stark: Die GTU AG erzielt seit 2014 Gewinne und reinvestiert sie in den Fernwärme-Ausbau. Anschlusskosten sind für Eigentümer deutlich günstiger als eine dezentrale Wärmepumpe; außerdem verursacht letztere Verschleiß sowie Wartungs- und Reparaturkosten, während die Fernwärme-Übergabestation über Jahrzehnte wartungsfrei ist.

Wärmepumpen sind eine sehr gute und klimafreundliche Technologie, vor allem bei gut wärmegedämmten Gebäuden und niedriger Vorlauftemperatur. Gleichzeitig sind sie nicht überall gleichermaßen umsetzbar: Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten in der kalten Jahreszeit weniger effizient und führen dann zu einem höheren, kostenintensiven Stromverbrauch. Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind oft effizienter, benötigen dafür aber Bohrungen im Freien und damit ausreichend Platz sowie passende Voraussetzungen auf dem Grundstück. Genau hier hilft die kommunale Wärmeplanung: Sie zeigt für die unterschiedlichen Lagen im Stadtgebiet auf, welche Lösungen für die jeweiligen Grundstücke realistisch und sinnvoll sind.“

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