In der letzten Sitzung des Bauausschusses vor den Sommerferien hat die CSU-Stadtratsfraktion einen Antrag für ein Programmmit dem Namen „Der Nette Wasserhahn“ eingebracht. Damit sollen Gastronomiebetriebe, Einzelhändler und öffentliche Einrichtungen motiviert werden, kostenlos Leitungswasser zum Auffüllen von Trinkflaschen zur Verfügung zu stellen. Das Konzept orientiert sich an der Initiative „Die Nette Toilette“. Ergänzend sollen weitere öffentliche Trinkbrunnen an zentralen Standorten entstehen.
„Ziel ist es, den Zugang zu frischem Trinkwasser zu erleichtern und damit das regelmäßige Trinken im Alltag zu fördern“, erklärt die CSU Unterschleißheim. Der Bauausschuss hat den in der Sitzung eingebrachten Antrag zunächst nur zur Kenntnis genommen. Über den Antrag wurde noch nicht beschlossen.
Was erreicht werden soll
Die Stadtverwaltung soll laut Antrag gemeinsam mit dem Beirat für Familie und Soziales (und gegebenenfalls dem Vereinsbeirat ein städtisches Programm erarbeiten und einführen. Teilnehmende Einrichtungen sollen ein einheitliches, gut sichtbares Schild mit dem Slogan ‚Der Nette Wasserhahn – Hier gibt’s frisches Wasser‘ erhalten.
„Das Programm ‚Der Nette Wasserhahn‘ schafft eine niedrigschwellige, bürgernahe und kostengünstige Ergänzung zu fest installierten Trinkbrunnen. Es stärkt die Zusammenarbeit zwischen Stadt und lokaler Wirtschaft, fördert das Image Unterschleißheims als familien- und umweltfreundliche Stadt und leistet einen konkreten Beitrag zur Müllvermeidung“, begründen die Antragssteller Stefan Krimmer und Bernhard Schweissgut das Vorhaben.
Zur Umsetzung erklären sich Gastronomiebetriebe, Einzelhändler, öffentliche Einrichtungen und andere Teilnehmer bereit, Bürgerinnen und Bürgern – insbesondere Kindern und Senioren mit eigenen Trinkflaschen – das kostenlose Auffüllen von Trinkflaschen mit Leitungswasser zu gestatten.
Die teilnehmenden Einrichtungen erhalten ein einheitliches, gut sichtbares Schild „Der Nette Wasserhahn – Hier gibt’s frisches Wasser“. Die Stadt übernimmt laut Antrag mit dem Beirat für Familie und Soziales die Koordination, die Bewerbung des Programms, etwa auf Webseite Homepage und App, in einem Flyer und in den Sozialen Medien. Sie lobt zudem gegebenenfalls kleine Anreize aus oder organisiert eine feierliche Auftaktveranstaltung.
Fünf zusätzliche Trinkbrunnen angeregt
Zusätzlich sollen den Antragstellern zufolge mehrere zusätzliche Standorte für öffentliche Trinkbrunnen überprüft und gegebenenfalls „mit flaschentauglichen Brunnen ausgestattet werden“: beim alten Rathaus in der Bezirksstraße (jetzt Geschäftsstelle des SV Lohhof), beim Hans-Bayer-Stadion, bei der Mehrzweckhalle der Grundschule an der Johann-Schmid-Straße und bei der Grundschule an der Ganghoferstraße.
„In den vergangenen Jahren gab es wiederholt Anträge aus dem Stadtrat und der Verwaltung für neue Brunnen“, heißt es in dem Antrag. „Angesichts der Bedeutung ausreichender Flüssigkeitsaufnahme ist eine Fortsetzung dieses Engagements besonders sinnvoll. Mit ‚Der Nette Wasserhahn‘ machen wir frisches Trinkwasser im Alltag leichter zugänglich – für jeden und ohne riesige öffentliche Investitionen.“
Das Programm könnte nach Auffassung der CSU bereits in den kommenden Monaten starten. Mit dem Trinkbrunnen dürfte es nicht so schnell gehen. Der in diesem Jahr in Betrieb genommene Trinkbrunnen am Rathausplatz geht auf einen ersten Antrag aus dem Jahr 2016 zurück – benötigte also zehn Jahre bis zur Umsetzung. Bei Trinkbrunnen liegen auch die Kosten deutlich höher. Sie betragen je nach Standort und Aufwand bis über 30.000 Euro.
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