Der Schäfflertanz ist ein traditionsreicher Münchner Zunfttanz der Fassmacher (Schäffler). Sein Ursprung geht auf das Jahr 1517 zurück. Es heißt, die Schäffler gingen nach einer Pestepidemie tanzend auf die Straßen, um den verängstigten Menschen Mut zu machen und das öffentliche Leben wiederzubeleben. Auch wenn die Entstehungsgeschichte historisch nicht in allen Einzelheiten eindeutig belegt ist, steht der Schäfflertanz heute symbolisch für Zuversicht und den Neubeginn nach Krisenzeiten.

Seit 1702 ist der Brauch nachweisbar und wird in München – und inzwischen auch um München herum – traditionell alle sieben Jahre aufgeführt. Warum alle sieben Jahre? Darüber gibt es mehrere Vermutungen: Die Pest soll früher etwa alle sieben Jahre verstärkt aufgetreten sein. Man hoffte wohl, durch die Aufführung des Schäfflertanzes in diesem Rhythmus der Pest Einhalt gebieten zu können. Zudem gilt die Zahl sieben in der Mythologie als Glückszahl. Möglicherweise wiederholt man die Aufführung des Schäfflertanzes deshalb alle sieben Jahre.
Wie auch immer: Das Spektakel hat Seltenheitswert. Und deshalb ist es begehrt. Pestepedemie gab es zuletzt zwar keine und ist auch keine zu befürchten, aber ein bisschen Zuversicht und Hoffnung auf einen Neubeginn kann auch 2026 nicht schaden. So dachten viele Menschen in Unterschleißheim und strömten trotz klirrender Kälte am Nachmittag des Dreikönigstages auf den Rathausplatz. Was es da zu sehen gab, zeigt unsere Bildergalerie.








