Am 3. Oktober 1990 wurde in der Kleinstadt Lucka im Altenburger Land nicht nur die deutsche Wiedervereinigung gefeiert. Es wurden auch die partnerschaftlichen Beziehungen zu Unterschleißheim und Weselberg/Pfalz gegründet. Dieses wichtige Datum war jetzt Anlass für die Delegationsreise vom 26. bis 28.09.2025 mit Erstem Bürgermeister Christoph Böck und Mitgliedern des Stadtrats und des Partner- und Patenschaftsbeirates.
Ein Stopp auf der Anreise im deutsch-deutschen Museum in Mödlareuth, „little Berlin“ genannt, brachte erstmal die Jahre des geteilten Deutschlands wieder in Erinnerung. Umso mehr konnten wir uns anschließend über den herzlichen Empfang in Lucka freuen, wo wir zusammen mit der Delegation aus Weselberg von Steffen Zöppel, dem neuen Bürgermeister von Lucka, begrüßt wurden.
Ein interessantes und abwechslungsreiches Programm erwartete uns:
Auf dem Weingut Triebe erfuhren wir alles über die erfolgreiche Umstellung von Milchwirtschaft auf Weinbau. Der Samstag war der nahen Stadt Altenburg gewidmet. In der Destillerie gab es „Geistreiches“ zu erfahren und zu verkosten. Allerlei Kuriositäten aus den 1920er Jahren konnte die Gruppe im historischen Frisörsalon entdecken. Bratwurst- und Senfliebhaber kamen auf dem bunten Bauernmarkt und im Altenburger Senfladen auf ihre Kosten.
Richtig feierlich wurde es am Abend bei der Festveranstaltung im Deutschen Haus in Lucka. Die Festrede hielt Kathrin Backmann-Eichhorn. Sie leitete 18 Jahre als Bürgermeisterin die Geschicke von Lucka und blickte nun zu Beginn ihres Ruhestandes zurück auf eine aufregende Zeit: die Anfänge der Partnerschaften, die sie als junge Standesbeamtin begleitet hatte. Die Zeit nach der Wende mit viel Hoffnung und Begeisterung aber auch großer Zukunftsangst. Und wie man nach den Partnerschaftsbesuchen immer wieder feststellte: Mensch, die sind doch wie wir!
Kathrin Backmann-Eichhorn misst den Städtepartnerschaften einen bedeutenden Anteil an der Annäherung zwischen Ost und West bei. Sie dankte allen Unterschleißheimer und Weselberger Freunden für ihre „immerwährende Hilfe und Gastfreundschaft in den vergangenen 35 Jahren Städtepartnerschaft“.
Erster Bürgermeister Christoph Böck schloss sein Grußwort mit den Worten „Stoßen wir an auf die Fortführung unserer Freundschaft! Auf die Wiedervereinigung und welche Begegnungen sie ermöglicht hat. Auf die nächsten 35 Jahre.“
Umrahmt wurde die festliche Veranstaltung vom Jugendblasorchester Lucka und von mehreren Auftritten der Tanzmädchen des Luckaer Karnevalsvereins. Letzterer freute sich über die Einladung zum Inthronisationsball, die Kornelia und Bernhard Schweißgut als Vertreter des Unterschleißheimer Faschingsclubs UFC mitgebracht hatten.
Der Sonntag brachte eine Rundfahrt durch Lucka, wo es seit dem letzten Besuch 2017 viel Neues zu entdecken gab. Die ehemalige Bürgermeisterin zeigte uns neu geschaffene Wohngebiete, Grünanlagen und Einkaufsmöglichkeiten sowie das Naherholungsgebiet am Prößdorfer See. Lucka muss attraktiv werden für junge Familien. Nur so können z. B. der Erhalt der Grundschule und die Auslastung des Kindergartens gesichert werden. Zum Abschluss trafen sich die Delegationen mit den Luckaer Familien und Organisatoren noch auf der Burg Gnandstein zu einer „lustigen Tafelei“.
Fazit aller Teilnehmenden aus Unterschleißheim: ein rundum gelungener Partnerschaftsbesuch in herzlicher Atmosphäre mit vielen persönlichen Kontakten und intensiven Gesprächen.
Bleibt noch ein großes Dankeschön an das Organisationsteam um Kathrin Backmann-Eichhorn und Barbara Linzer zu senden – und last but not least Stefan Zöppel viel Erfolg in seinem neuen Amt als Bürgermeister der Stadt Lucka zu wünschen.
Christine Hupf, Präsidentin Städtepartnerschaften Le Crès und Lucka
Quelle: Stadt Unterschleißheim, Pressestelle