Verlässliche Informationen vor Ort

Information und Transparenz statt Aufreger und Empörung

KI-generiertes Bild, das den Kampf zwischen Bots zur Desinformation und ehrlichen Lokalmedien zeigt (Grafik: Ushel-news mit ChatGPT)
So sieht die KI den Kampf zwischen Bots und Propaganda-Accounts zur Desinformation und ehrlichen Lokalmedien. Eine aktuelle Studie unterstützt diese Einschätzung. (Grafik: Ushel-news mit ChatGPT)

Soziale Medien sind heute für viele Menschen die erste Anlaufstelle, wenn sie sich informieren möchten – auch über Ereignisse in ihrer Stadt oder Gemeinde. Doch gerade dort verbreiten sich Gerüchte, Halbwahrheiten und ungeprüfte Behauptungen oft schneller als gesicherte Fakten.

Denn die Plattformen arbeiten mit Algorithmen und Algorithmen bevorzugen Aufmerksamkeit. Umso kontroverser die Aussage, umso mehr Reaktionen – und umso stärker wird der Beitrag anderen angezeigt. Ob die Aufregung gerechtfertigt ist, ob aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird oder üb es nicht einmal eine Mücke gibt, spielt dabei keine Rolle.

Dadurch werden Falschinformationen oft innerhalb weniger Stunden tausendfach geteilt und es entsteht ein verzerrtes Bild der Realität. Nun könnte man sagen, das ist halt ein Fehler in der Webstruktur dieser Plattformen. Das wäre aber zu einfach. Denn gerade Gruppen, die von Chaos, Angst, Wut und Empörung profitieren, nutzen diese Funktionsweise intensiv aus.

Und sie beschränken sich nicht auf Social Media. Zum Beispiel kann der Leserbrief eines „besorgten Bürgers“, der von unkritischen Lokalpublikation ohne Einordnung veröffentlicht wiurd, denselben Zweck erfüllen. Online ist das aber viel effektiver, schneller und findet in weitaus gröperem Stil statt.

Häufige Manipulationstechniken einfach aufdecken

Weltweit sind dafür Donald Trump und die MAGA-Bewegung bekannt. In Europa wird oft Russland dafür verantwortlich gemacht – ob in Bezug auf die Ereignisse in der Ukraine oder innenpolitischen Ereignissen in Deutschland. Die Wissenschaftlerin Veronika Solopova von der TU Berlin hat als häufige Manipulationstechniken damit die Dekontextualisierung, bei der Texte oder Bilder in einen falschen Zusammenhang gesetzt werden, die Sündenbock-Methode sowie die Rufschädigung ausgemacht. Auf der Webseite „Check News in One Click“ kann man sich durch Eingabe eines Textes anzeigen lassen, welche Manipulationstechnik dabei zum Einsatz kommt.

Kürzlich hat das Zentrum für Digitalrechte und Demokratie aber eindrücklich festgestellt, dass Manipulation und Desinformation auch ganz gezielt auf lokaler Ebene produziert und verteilt werden. Denn ein Rechercheteam hatte investigativ Zugang zu einem Testzugang für ein Werkzeug, das die AfD ihren Gliederungen dieses Wochenende beim Parteitag in Erfurt stattfindenden vorstellen will.

Das Zentrum für Digitalrechte und Demokratie hat damit eine digitalpolitische und -rechtliche Bewertung erstellt. „Wir beobachten seit vielen Jahren, wie sich politische Kommunikation im Netz verändert – und welche Auswirkungen neue Gesetze auf die demokratische Öffentlichkeit haben. Ein Blick in dieses Tool ist für beides aufschlussreich“, teilte Markus Beckedahl, Gründer und Geschäftsführer des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie, diese Woche mit.

Social-Media-Betrieb mit Empörungsscore

Die untersuchte Software „Alternita Studio“ soll ihm zufolge den Social-Media-Betrieb der Parteigliederungen weitgehend automatisieren. „Schneller und öfter posten, mit weniger Leuten und einer vereinheitlichten Sprache, die polarisiert.“ Das könnten im kommenden Jahr sogar KI-Agenten komplett übernehmen.

Herzstück der Software ist ein Modul namens „Geistschreiber“. Beckedahl erklärt „Geistschreiber soll den Kreisverbänden und Parteifunktionären die Textarbeit abnehmen, ohne dass das nach außen deutlich wird. In dem Modul laufen im Viertelstundentakt die Nachrichten-Feeds von NIUS, Junge Freiheit, Apollo News, BILD Politik und n-tv-Wirtschaft ein. Eine KI liest mit und vergibt für jede Meldung einen ‚Viralitätsscore‘ von eins bis zehn, dazu eine Kurzzusammenfassung und mitunter gleich ein passendes Framing im Sinne der AfD-Programmatik. Was im ‚Viralitätsscore‘ schlecht abschneidet, sortiert die Maschine aus.“

Der „Viralitätsscore“ sei in Wahrheit aber ein Empörungsscore und werde  zur Redaktionsentscheidung. „Was nach oben kommt und weiterverarbeitet wird, hat eine KI offenbar nach einem einzigen Kriterium ausgewählt: möglichst viel Wut erzeugen und polarisieren. Die politische Vorauswahl ist getroffen, bevor es sich ein Mensch überhaupt anschaut“, kommentiert Beckedahl. „Das Ziel ist stets, im Schwarm der Accounts von Kommunal- bis Bundesebene größtmögliche Empörung zu erzeugen und Andersdenkende im Namen ‚der Meinungsfreiheit‘ anzugehen. Ein Werkzeug wie das KI-Kampagnentool senkt die Kosten dafür weiter und optimiert den Output.“

Ehrliche Nachrichten, Hintergründe und Informationen

Ushel.news als Plattform für Lokalinformationen versteht sich nicht als Lautsprecher für Gerüchte, sondern als zuverlässige Informationsquelle. Ziel ist es, fundierte Nachrichten, Hintergründe und Termine aus unserer Stadt bereitzustellen – sachlich, nachvollziehbar und mit dem Blick auf das, was vor Ort wirklich wichtig ist. Wir recherchieren vor Ort, sprechen mit Beteiligten, prüfen Quellen und ordnen Ereignisse ein, bevor sie veröffentlicht werden.

Transparenz und Vertrauen stehen für uns an oberster Stelle. Und sie sind gerade bei Themen, die die Menschen unmittelbar betreffen, wie kommunale Entscheidungen, Vereinsleben, Veranstaltungen, Infrastruktur oder das gesellschaftliche Miteinander, besonders wichtig. Denn hier kann sich jeder selbst überzeugen, ob das, was behauptet wird, auch zutrifft.

Ihr dürft gerne mitmachen

Lebendige Demokratie und ein funktionierendes Gemeinwesen brauchen verlässliche Informationen. Wer weiß, was in seiner Nachbarschaft geschieht, kann sich eine eigene Meinung bilden, mitreden und Verantwortung übernehmen. Lokale Medien leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag – heute mehr denn je.

Wenn Ihr Teil davon sein wollt, sprecht uns gerne an. Wir sind ein kleines Team das sich am Gedanke des „Community-Journalismus“ orientiert und freuen uns über jede Unterstützung – ob sehr regelmäßig, nur gelegentlich oder mit Schwerpunkt auf bestimmte Themen. Und wenn Ihr zwar Lust und Interesse, aber wenig Erfahrung mit dem Schreiben oder der Recherche habt, dann unterstützen wir Euch dabei gerne mit der jahrzehntelangen journalistische Erfahrung aus unserem Team. Schreibt uns an redaktion@ushel.news.

Weitere Informationen

Was ist „Community-Journalismus“?

So kannst Du Ushel.news mitgestalten

Die aktuellsten News

Gruppenbild des SV Lohhof beim Landauer Sprintertreffen (Foto: SV Lohhof)
Pokalregen und Teamgeist beim Landauer Sprintertreffen
Foto vom "Esso-Grundstück" im März 2026 (Foto: Peter Marwan)
Stadt stellt Pläne für „Esso-Grundstück“ vor
Polizeifahrzeug mit Schriftzug "Zeugen gesucht" (Foto: Bayerische Polizei)
Einbruch in Tankstelle in Oberschleißheim
Logo für das Zeltfest26 in Unterschleißheim (Grafik: Forum Unterschleißheim)
Zirkus-Schule, Zirkus-Show und Tiergeschichten

Veranstaltungstermine

Termine heute
ZAMMA-Festival
Veranstaltungsart: Festival
Ort: An verschiedenen Orten in der Stadt
ZAMMA-Festival
Veranstaltungsart: Festival
Ort: An verschiedenen Orten in der Stadt
Für übermorgen habe ich keine Termine gefunden