Pilotprojekt im Landkreis München

Feuerwehr-Drohne im Testeinsatz

Drohne der Firma Skyflow während des Fluges (Foto: Daniel Hoppe / Skyflow)
Die Feuerwehr erprobt im Landkreis München die Unterstützung durch eine automatisierte Drohne, die vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte bereits hochauflösende Bilder vom Einsatzort liefert. (Foto: Daniel Hoppe / Skyflow)

Um Einsatzlagen künftig früher und präziser beurteilen zu können, setzen der Landkreis München und die Feuerwehr München auf automatisierte Drohnen. Sie sollen der Leitstelle noch vor dem Eintreffen anhand hochauflösender Luftbilder eine erste Lageeinschätzung sowie eine effektive Kräfteplanung ermöglichen. In der Landeshauptstadt München kommen bereits seit Dezember 2025 zwei automatisierte Drohnen zum Einsatz.

Nun kam eine weitere Drohne im Landkreis dazu. Die in der Gemeinde Kirchheim stationierte Drohne startet bei bestimmten Schlag- und Stichworten automatisiert und liefert schon wenige Minuten später ein erstes Lagebild aus der Luft. Bei unklaren Lagen kann auch der diensthabende Schichtführer den Start anordnen.

„Die Drohne soll insbesondere dort unterstützen, wo Einsatzorte unklar sind, etwa auf Autobahnen oder in Waldgebieten, und dabei helfen, den alarmierten Kräfteansatz frühzeitig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Auf diese Weise gelangen die Einsatzkräfte schneller zum Ziel und können Maßnahmen noch präziser und frühzeitiger einleiten“, teilt der Landkreis München mit.

Einsatzradius von rund acht Kilometern

Die Drohne hat einen Einsatzradius von rund acht Kilometern. Über Unterschleißheim wird sie also nicht zu sehen sein. Sie erreicht eine Fluggeschwindigkeit von etwa 50 Kilometern pro Stunde und iefert bis zu 56 Minuten lang hochauflösende Bilder mit bis zu 65-facher Vergrößerung. Eine integrierten Wärmebildkamera ermöglicht den Einsatzkräften zudem, Schwerpunkte eines Brandereignisses gezielt zu definieren oder einen Waldbrand in seiner Ausdehnung zu erfassen.

Die Drohnen werden von ausgebildeten Drohnenpilotinnen und -piloten des Unternehmens Skyflow überwacht. Sie können bei Bedarf jederzeit in den Flug eingreifen. Das Drohnen-Projekt wurde im Vorfeld mit den Betreibern von Rettungs- und Polizeihubschraubern abgestimmt, um Probleme im Luftraum zu vermeiden. Und auch, wenn der Antrieb der Drohnen ausfällt, ist vorgesorgt: Dann ermöglicht ein Fallschirm eine kontrollierte und sanfte Landung.

Der Landkreis betont zudem: „Die Drohnen werden ausschließlich anlassbezogen zu konkreten Einsatzstellen entsendet; eine flächendeckende oder dauerhafte Überwachung findet nicht statt. Personenbezogene Daten werden nur im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verarbeitet, wobei sämtliche Anforderungen der Verordnung strikt beachtet und umgesetzt werden.“ Allerdings erhält auch das Polizeipräsidium München Zugriff auf die Echtzeitübertragung der Bilddaten.

„Mit der Drohne gewinnen wir wertvolle Minuten“

Die automatisierte Drohne des Landkreises ergänzt die Drohnen der Feuerwehr München an den Feuerwachen 4 und 5. Das Projekt ist als sechsmonatige Testphase angelegt. Es wird im Anschluss ausgewertet. Aufgrund der Ergebnisse soll dann entschieden werden, ob ein dauerhafter Einsatz sinnvoll ist. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen und angesichts der Begeisterung der Zuständigen ist damit zu rechnen, dass der Betrieb auch über die Testphase hinaus fortgeführt wird.  

„Mit der automatisierten Drohne gewinnen wir wertvolle Minuten. Diese Zeit kann im Ernstfall entscheidend sein für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für den Schutz unserer Einsatzkräfte. Damit stärken wir unsere Feuerwehren und Hilfsorganisationen bei ihrer wichtigen Arbeit“, erklärte etwa Landrat Christoph Göbel bei der Vorstellung des Projekts.

Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller betonte: „In Ausnahmesituationen wie großen Bränden, Überschwemmungen oder schweren Verkehrsunfällen zählt jede Minute. Drohnen helfen unseren Kolleg*innen bei der Branddirektion, die Lage frühzeitig einzuschätzen und ihre Einsätze schnell und sicher durchzuführen.“

Und Christian Schnepf, Leiter der Abteilung Einsatz-Informations- und Kommunikationstechnik bei der Feuerwehr München, lobt: „Durch die Übertragung von Bildern der Einsatzstelle in die Führungsfahrzeuge kann die Einsatzleitung Entscheidungen deutlich früher treffen und damit die Einsatzmaßnahmen schon vor dem Eintreffen strukturieren. Das kann ein entscheidender Zeitgewinn für Einsatzkräfte und Betroffene sein.“

Bisherige Einsätze in München

Im Stadtgebiet München haben die zwei dort vorhandenen Drohnen bereits 29 Einsätze absolviert. Das waren 18 Brandeinsätze, fünf Lageerkundungen, vier Verkehrsunfälle und eine Personensuche. Auch die Einsatzkräfte der Polizei haben sie bereits unterstützt. Durchschnittlich waren die Drohnen vier Minuten vor Eintreffen der Einsatzkräfte vor Ort.

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