Der Business Campus Unterschleißheim hat am 23. April ein weiteres Kapitel aufgeschlagen: Vor rund 150 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wurde der Grundstein für ein neues Multifunktionsgebäude gelegt. Das Projekt gilt als bedeutender Schritt, um den Standort langfristig als Wirtschafts- und Technologiestandort im Norden Münchens zu stärken.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand nicht nur der symbolische Baubeginn, sondern auch die strategische Bedeutung des Vorhabens. Das neue Gebäude – intern als „T20“ bezeichnet – soll künftig rund 15.000 Quadratmeter flexibel nutzbare Fläche bieten. Damit richtet sich der Campus an Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen: von Start-ups über mittelständische Betriebe bis hin zu internationalen Konzernen.
Flexible Räume für neue Arbeitswelten
Die Planungen setzen stark auf Anpassungsfähigkeit: Flächen können bereits ab etwa 100 Quadratmetern genutzt oder zu ganzen Etagen kombiniert werden. Damit reagiert der Campus auf den wachsenden Bedarf nach variablen Arbeitsumgebungen, insbesondere in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Life Science und Produktion.
„Mit dem Multifunktionsgebäude gehen wir einen entscheidenden Schritt in der Weiterentwicklung des Business Campus. Es ist nicht nur eine bauliche Erweiterung, sondern ein strategisches Element für die nachhaltige Ausrichtung des Standorts“, erklärte Michael Hartenberger, Geschäftsführer des Business Campus München : Unterschleißheim. Man reagiere damit auf die steigende Nachfrage nach „hochflexiblen Flächen“ und schaffe Raum für Unternehmen in unterschiedlichen Wachstumsphasen.
Architektonisch soll das Gebäude durch helle, offene Strukturen und großzügige Kommunikationszonen überzeugen. Ergänzt wird das Angebot durch die bestehende Infrastruktur des Campus – darunter Gastronomie, Nahversorgung, Konferenzräume und medizinische Dienstleistungen.
Bedeutung für Stadt und Region
Auch die Stadtspitze sieht im Projekt einen wichtigen Impuls für die regionale Entwicklung. „Wir haben hier ein Gewerbegebiet, das nicht nur Mehrwert durch Gewerbenutzung schafft, sondern das einen Magneten für die Bürgerinnen und Bürger darstellt“, sagte Bürgermeister Christoph Böck während der Veranstaltung.
Böck erinnerte sich, dass er im Herbst 2013 als frisch gewählter Bürgermeister die Hiobsbotschaft von der Schließung des Airbus-Standortes an selber Stelle entgegennehmen musste. Er hat aber, wie er weiter erläuterte, nie den Mut verloren, dass dort etwas anderes, vielleicht sogar besseres entstehen könnte, vielleicht sogar mit mehr Arbeitsplätzen als bei dem Hightech-Unternehmen.
Und er sollte recht behalten. Die Anzahl der im Business Campus geschaffenen Arbeitsplätze übersteigt schon jetzt die, die es zur Airbus-Zeit dort gab. Und während Airbus eine abgeschottete Welt war, was verständlich ist, ging es doch um sicherheitsrelevante Militär-Technologie, versteht sich der Business Campus als Teil der Stadt Unterschleißheim.
Bauherr ist die DV Immobilien Gruppe, die auf eine langfristige Entwicklung ihrer Standorte setzt. Geschäftsführer Michael Blaschek unterstrich diesen Ansatz: „Wir sind als Bestandhalter an einer langfristigen Projektentwicklung interessiert.. Die Mission sei es, „gemeinsam lebenswerte Orte zu schaffen‘.“
Nachhaltigkeit als Leitprinzip
Ein zentrales Element des Projekts ist das Nachhaltigkeitskonzept. Geplant sind unter anderem großzügige Grün- und Wasserflächen sowie eine Energieversorgung über Fernwärme und Ökostrom.
Bereits bestehende Gebäude am Campus wurden mit hohen Nachhaltigkeitsstandards ausgezeichnet – ein Anspruch, der auch beim neuen Bau fortgeführt werden soll. „Nachhaltigkeit verstehen wir als grundsätzliche Haltung – ökologisch, wirtschaftlich und sozial“, erklärte Hartenberger.
Wachsender Campus mit Zukunftsperspektive
Der Business Campus in Unterschleißheim zählt bereits zu den bedeutenden Gewerbestandorten im Münchner Norden. Mit seiner guten Verkehrsanbindung – unter anderem durch die Nähe zur S-Bahn und zur Autobahn A92 – sowie einer stetig wachsenden Infrastruktur bietet er attraktive Bedingungen für Unternehmen und Fachkräfte.
Im Endausbau soll der Campus rund 200.000 Quadratmeter Nutzfläche umfassen und Platz für etwa 4.500 Beschäftigte bieten. Aktuell sind rund 30 Unternehmen mit etwa 2.300 Personen vor Ort tätig.









