Geheiratet ist schnell: Einmal „Ja“ sagen und schon steht der Bund fürs Leben. Städtische Bauvorhaben sind nicht so leichtfertig umsetzbar. Da gibt es zahlreiche Schritte und Abstufungen und gilt es mehrere Abstimmungen zu durchlaufen, bevor das Ziel erreicht ist. Für Außenstehende wirkt das oft mühsam und langwierig.
„Verwaltung Stadtrat und Bauamt haben rund drei Jahre daran gearbeitet“, fasste Bürgermeister Christoph Böck in der Stadtratssitzung am 26.3. in Bezug auf die „Neue Mitte“ zusammen. „Das ist für ein so komplexes Bebauungsverfahren aber eine gute Zeit.“
In der Sitzung galt es nur noch einige kleine Änderungen zu beschließen. Die wurden mit 24 zu 2 Stimmen angenommen. Dazu gehörte unter anderem eine Ausnahmegenehmigung für die Umsiedlung von Mauerseglern. Deren Brutkästen dürfen nun 25 Meter weiter als eigentlich zulässig umgezogen werden, weil keine nähere Möglichkeit zur Verfügung steht. Außerdem wurden zwei 5 Quadratmeter große Stücke aus dem Plan genommen, da die bereits für eine mögliche Bahnstrecke München-Regensburg reserviert sind.
„Wir sind sehr froh, dass es in dieser Geschwindigkeit geklappt hat – gerade angesichts der schwierigen äußeren Umstände“, sagte Stadtrat Stefan Krimmer, für die CSU. Und für SPD-Stadtrat Dr. Thomas Breitenstein war die „kooperative Zusammenarbeit im Stadtrat – auch über die lange Zeit hinweg“, ein Lob an die Kollegen wert.
Aus Sicht von Krimmer stellt der jetzige Entwurf „den allerbesten Kompromiss für diesen Standort dar.“ Der Ansicht wollte sich Carolin Kranz (BfU) nicht anschließen. Sie kritisierte noch einmal die Höhe der geplanten Gebäude. Auch Martin Reichart, Stadtrat für die Freie Bürgerschaft Unterschleißheim, konnte sich trotz Zustimmung zum Gesamtvorhaben dem Eigenlob des Stadtrats nicht anschließen. Aus seiner Sicht war der Weg zum Ergebnis „eine Würgerei“.