Beim Glasfaserausbau in Deutschland arbeiten die Anbieter üblicherweise mit sogenannten Vorvermarktungsquoten. Das bedeutet: Der Ausbau beginnt erst, wenn sich vorher genügend Haushalte verbindlich für einen Anschluss anmelden. In Unterschleißheim hatte der Anbieter Deutsche Glasfaser Anfang November mit der „Nachfragebündelung“ begonnen – sich also erkundigt, wer einen Glasfaseranschluss von ihm nehmen würde, wenn er verfügbar wäre.
Mit dem Ausbau beginnt der Anbieter normalerweise, „wenn mindestens etwa 33 % der Haushalte in einem Ausbaugebiet einen Vorvertrag unterschreiben“, wie er auf seiner Webseite mitteilt. Das liegt eher im unteren Bereich dessen, was die Anbieter voraussetzen. Es ist aber dennoch ein durchaus ehrgeiziges Ziel.

In Deutschland buchen derzeit im Durchschnitt etwa ein Viertel bis knapp ein Drittel der Haushalte einen Glasfaseranschluss, wenn er verfügbar ist. In Deutschland insgesamt gibt der Branchenverband BREKO die Ausbauquote bei Glasfaser mit 52,8 Prozent an (Bayern 43 Prozent), die Anschlussquote mit 27,3 Prozent (Bayern 23 Prozent).
Für einen wirtschaftlichen Ausbau ist die Vorvertragsquote von einem Drittel der Haushalte knapp. Denn der Glasfaserausbau kostet pro Haushalt zwischen 800 und 4.000 Euro. In Städten und Mehrfamilienhäusern liegen die Kosten eher im unteren Bereich, in ländlichen Regionen im oberen Bereich.

Ohne feste Quote bauen Netzbetreiber eigentlich nur im Rahmen staatlicher Förderprogramme oder in großen Städten. Da ist das entweder eine strategische Entscheidung, eine langfristige Marktstrategie bei der Glasfaser Kupfernetze ersetzt.
In Unterschleißheim hat die Deutsche Telekom bereits Teile des Stadtgebietes erschlossen. Bei der Nachfragebündelung durch die Deutsche Glasfaser „zeigte sich bereits in den ersten Wochen, dass die Nachfrage nach einem reinen Glasfasernetz in den Ortsteilen, in denen Deutsche Glasfaser aktiv wurde, sehr gering war“, teilte das Unternehmen auf Anfrage von Ushel.news mit. „Daraufhin haben wir das Projekt erneut geprüft und uns dazu entschlossen, die Vorvermarktung vorzeitig zu beenden und uns aus Unterschleißheim zurückzuziehen.“
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